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Authentische Naturkosmetik und wie Stockfotos nicht dazu passen

Heute möchte ich mit dir über das Verwenden von Stockfotos in der Naturkosmetikbranche reden. Zuerst soll es allerdings um Authentizität gehen und wann eine Naturkosmetikmarke authentisch auf uns wirkt.

Wann ist Naturkosmetik authentisch?

Eine Naturkosmetikmarke ist authentisch, wenn sie als nahbar und vertrauensvoll wahrgenommen wird. Kleinere Unternehmen haben es leichter in dieser Richtung Marketing zu betreiben, da sie, anders als große Konzerne, durch echte Personen auftreten können, die echte Meinungen vertreten.


Naturkosmetikmarken sind für dich…

Im Rahmen meiner Recherche, die ich mir um authentische Naturkosmetik gemacht habe, habe ich gestern auf Instagram, Twitter und Facebook gefragt, welche Adjektive dir zuerst in den Sinn kommen, wenn du Naturkosmetikmarken beschreiben müsstest.

Dabei sind viele sehr positive Schlagworte gefallen.

Ehrlich, gesund, glaubwürdig, natürlich, authentisch, besser, engagiert, fair, grün, integer, liebevoll, nachhaltig, minimalistisch, mild, warm, ökologisch, pflanzlich, individuell, bereichernd, tierversuchsfrei, pur, aufbauend, ressourcenschonend, sanft, frisch, vegan, sicher, transparent, echt, umweltfreundlich, verantwortungsvoll, wohltuend, alternativ, wertvoll

Aber natürlich hat die Naturkosmetik auch ihre Schattenseiten. Der Vollständigkeit halber, möchte ich die negativ-besetzten Adjektive ebenfalls teilen.

Altbacken, verschwurbelt, unbeständig, bieder, fanatisch, allergieauslösend, blass, alkoholisch, farblos, angstschürend, langweilig, parfümiert, reizend, schwer, teuer, überzogen, unverträglich


Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was Authentizität überhaupt bedeutet und welche Grundpfeiler dafür für mich passen müssen. Die Branche der Naturkosmetik bringt bereits einen entscheidenden Vorteil mit. Denn viele Unternehmen sind als kleine Manufaktur oder im Familienbetrieb entstanden. Es sind Menschen dahinter, die sich bewusst für möglichst umweltfreundliche, meist pflanzliche und tierleidfreie Kosmetik entschieden haben. Es sind Idealisten, Revoluzzer und Leute, die etwas verändern wollen. Die haben eine Menge zu erzählen und werden in ihrem Engagement nicht müde. Sie bringen sich zusätzlich sozial ein, organisieren Spenden, holen ihre Rohstoffe aus fairen Projekten oder propagieren Liebe, Frieden und Harmonie.

Ja, etwas überspitzt. Aber eine perfekte Schablone, um sie für die eigene Marketingstrategie zu nutzen. Denn was ist in Zeiten von Fridays for Future angesagter als Nachhaltigkeit und Engagement für die Umwelt.

Echtheit, Einzigartigkeit, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit machen authentische Naturkosmetik.

Echt wirkt eine Marke, wenn ich weiß wer dahinter steckt. Das lässt sich zum Beispiel durch das Veröffentlichen eines Fotos auf einer “Über uns”-Seite erreichen. Oder durch Storys auf Instagram und Tweets auf Twitter. Vielleicht kennst du das aus deinem eigenen Kaufverhalten. Wenn du die Menschen hinter der Marke kennst, die dir etwas verkaufen möchte, bist du direkt viel näher dran, als bei einem anonymen Großkonzern.

Ehrlich ist eine Marke, wenn sie das zeigt, was sie sich auf die Fahne geschrieben hat. Das könnten Tweets über das Engagement der Marke sein. Aber auch Humor gehört dazu, wenn zum Beispiel mal eine Kleinigkeit schief gelaufen ist.

Die Glaubwürdigkeit einer Marke erhöht sich, wenn sie für ihre Überzeugungen einsteht, Stellung bezieht und nicht einknickt, wenn öffentlicher Gegenwind zu spüren ist.

Jeder Mensch ist einzigartig. Und so kann es jede Naturkosmetikmarke sein. Sofern sie nicht versucht sich in diese oben erwähnte Schablone zu drücken, nur weil im Marketing-Einmaleins steht, dass Thema XY gerade voll gut bei der Zielgruppe ankommt.

Beispiel: Identifikation und Vertrauen

Du kennst doch sicher diese typische Geschichte, die gerne erzählt wird, wenn Markeninhaber*innen gefragt werden, weshalb sie sich mit einer eigenen Naturkosmetiklinie selbstständig gemacht haben. Oft ist da die Rede von Allergien oder Unverträglichkeiten und von der erfolglosen Suche nach passenden Produkten. Ein nachvollziehbarer Grund. Und sobald du so eine persönliche Geschichte hörst, beginnst du vielleicht auch schon, dich mit dieser Marke zu identifizieren und ihr Vertrauen zu schenken. Die Naturkosmetikmarke wirkt kredibil und vor Allem authentisch auf dich.

Selbstredend gibt es noch andere Gründe, weshalb wir uns für eine Naturkosmetikmarke entscheiden. Bewertungen durch unabhängige Medien oder von Bekannten, aber auch Garantien und Versprechen, die die Marke geben, sowie Sachargumente spielen keine unwesentliche Rolle.


Das Problem mit Stockfotos

“Stock” ist ein englisches Wort und bedeutet übersetzt “Lager”. Plattformen wie iStock, Getty Images, Adobe oder Shutterstock agieren als Foto-Agenturen und haben für sämtliche Zwecke die passenden Fotos “auf Lager”. Gegen Nutzungsgebühren lassen sie sich runterladen und sind umgehend einsatzbereit. Bei Plattformen wie Unsplash gibt es Stockfotos sogar umsonst. Meistens werden Stockfotos von gewerblichen Unternehmen, für Veranstaltungen und Events oder von Marketingagenturen und Gemeinden für Werbezwecke genutzt.

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Das von mir verwendete Couple-Foto für die neue Marke aus dem Hause LOL Cosmetics, ist zum Beispiel von Unsplash. Das sind nämlich gar nicht Henrik und ich. Wer hätte das gedacht.

Wie authentisch wirkt eine Naturkosmetikmarke die den Namen der Gründer, nämlich Henrik & Erbse, trägt, wenn dafür ein Foto von unbekannten Stockfoto-Models verwendet wird? Wenn diese Models außerdem auf der “Über uns”-Seite auftauchen würden?

Besonders unglaubwürdig wird es, wenn die beiden Models noch für viele weitere Marken genutzt werden. Vielleicht sogar von der unmittelbaren Konkurrenz.

Eine Naturkosmetikmarke mit hohem Einsatz von Stockfotos verspielt einen großen Vorteil, den sie gegenüber den meisten konventionellen Marken hat.

Ein Werbeauftritt mit reichlich Stockmaterial erscheint zudem schnell unprofessionell und billig. Wo ein Stockfoto einer Landschaft oder von Pflanzen nicht sofort als solches auffällt, verhält es sich da bei Menschen schon ganz anders. Wir alle kennen diese kleinen Porträts von Call Center Menschen, mit ihren Headsets auf den Köpfen, die auf Webseiten zu finden sind. Und wir alle wissen, dass das niemals die Person sein wird, mit der wir tatsächlich telefonieren würden.

Stockfotographie ist aber noch aus ganz anderen Gründen problematisch. Zeitungen, Fernsehsender und Parteien auf der ganzen Welt nutzen sie als Rohmaterial für ihre Beiträge, Artikel und für Werbung und Meinungsmache in sozialen Medien. Es gibt nicht viele Stockfoto-Agenturen. Und die Wenigen sind dafür verantwortlich wie wir die Welt sehen.

Nämlich glatt gebügelt, unecht, nicht divers und auf keinen Fall authentisch.

In der ZAPP-Sendung des NDR vom 11. September 2019 wurde über die Absurdität von Stockfotos berichtet. Den Beitrag möchte ich an dieser Stelle gerne mit dir teilen.

NDR ZAPP: “Stockfotos: Und plötzlich wirbt man für die AfD


Naturkosmetikmarken als Beispiele

Diese vier Marken sind nur Beispiele. Es ist, wie erläutert, nicht unüblich Stockfotos zu nutzen und sicherlich haben die nachfolgenden Naturkosmetikmarken ihre nachvollziehbaren Gründe dafür. Ich möchte mit ihnen als Beispiel für die Thematik an sich sensibilisieren.

Ben&Anna

Auf das Nutzen von Stockfotos von Ben&Anna hat mich meine Kollegin Hélianthe vom Blog “Was macht Heli?” aufmerksam gemacht. Sie hat dahingehend recherchiert und mich daran teilhaben lassen.

Die Marke Ben&Anna ging 2017 mit einer Startnext-Kampagne online. Dort sind die „echten Ben und Anna“ (?!) zu sehen. Im aktuellen Impressum der Marke steht aber die JM Nature GmbH mit ihrem Geschäftsführer Jean-Pierre de Wild.

Quellen: https://www.startnext.com/benandannadeodorant und https://www.ben-anna.com/de/faq/?v=3a52f3c22ed6

Doch im Fernsehbeitrag von Welt der Wunder in 2018 treten Marco Hülsbeck und Marcus Fritze als Erfinder von Ben&Anna auf.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=i9lgSKf5u30

Nach außen wird aktuell allerdings suggeriert, dass es sich bei den Personen Ben und Anna um diese beiden Models handeln würde.

Quelle: https://www.instagram.com/ben_anna_deodorant/

Ben und Anna heißen in Wirklichkeit aber Kris und Alek und sind Models für Stockfotos. Fotografiert wurden sie von “svetikd photography”, einer Fotografin aus Belgrad.

Quelle: https://www.gettyimages.de/search/photographer?photographer=svetikd

Jean&Len

Die Naturkosmetikmarke Jean&Len nutzt Stockfotos, um ihre Webseite optisch ansprechend zu gestalten. Als Beispiel habe ich hier dieses Foto eines älteren Paares herausgesucht. Mit einer simplen Rückwärtssuche für Bilder habe ich gesehen, dass die Beiden mit ihrem Foto außerdem Werbung für Treppenlifte, Rentenkredite und Immobilien machen.

Quelle: https://www.jeanlen.de/haushalt/

CD und Lavera

In diesem Beispiel haben zwei deutsche Naturkosmetikmarken das gleiche Stockfoto verwendet. Es handelt sich um ein ganz typisches und leicht erkennbares Stockfoto, welches CD und Lavera nutzen. Auch sie setzen es ein, um ihren Webauftritt mit optisch ansprechenden Fotos zu gestalten.

Quellen: https://cd-koerperpflege.de/blog-teil-3-mikroplastik-alles-was-man-wissen-sollte/ und https://www.lavera.de/

Die Verwendung von Stockfotos ist erstmal nicht schlimm. Marken die auf ihrer Webseite ein paar Stockfoto-Beine zeigen oder das Layout mit glücklichen Menschen aufwerten, empfinde ich persönlich nicht als tragisch. Schwierig wird es für mich erst, wenn potentielle Kund*innen durch Stockfotos getäuscht werden.

Lass mir gerne deine Gedanken über den Einsatz von Stockfotos da. Sind sie generell ein No Go für dich? Wo ziehst du die Grenze? Wann ist eine Naturkosmetikmarke authentisch für dich und wie könnte sie ihre Glaubwürdigkeit zurück gewinnen, wenn sie einmal verspielt wurde?

Couple Foto Credit: Priscilla Du Preez on unsplash.com/@priscilladupreez
Flower Photo Credit: ika dam on unsplash.com/@damaiantika

Waschbär Ben

Kaffeekasse

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17 Kommentare

  1. Avatar

    Liebe Erbse,
    ich finde deinen Beitrag wirklich gut und meine Meinung ist dieselbe!
    Natürlich könnte man den Kostenfaktor und die Bequemlichkeit der Vertreiber von Naturkosmetik noch mit einbringen, sowie die langweiligen Layouts die von allen Domainanbietern mittlerweile gestellt werden – hier wird es halt dem Kunden der Web-Site extrem einfach gemacht – und viele „passende“ und auf Hochglanz polierte Fotos werden bereit gestellt. Da muss man nur anklicken und schon denkt der „Web-Designer“ alles ist professionell und perfekt.
    Wir von YO! Natur stellen alle unsere Werbefotos selber her, individuell. Unser Produkte werden so personalisiert und ehrlich vermarktet. Wir legen auch viel Wert auf ehrliche und seriöse Informationen und unsere YO! Produkte werden so beschrieben. Wir nutzen keinerlei chemische oder künstlich hergestellte Inhaltsstoffe und das wird via Marketing auch so kommuniziert. Unsere Produkte werden so dargestellt wie sie sind – und Menschen lichten wir kaum ab – denn der Mensch ist eben unterschiedlich und was SCHÖN sein soll, wird durch (Stockfotos) Hochglanzbilder, heile Weltbilder ziemlich verfälscht und setzt viele Frauen, durch das zeigen so eine perfektionistische, heile und schöne Welt ziemlich unter Druck! Außerdem wird eine perfekte Darstellung von perfektem Hochglanz immer fälschlicherweise mit einen perfekten Produkt in Zusammenhang gebracht – dass das nicht immer der Fall ist – wäre für mich Betrug!

    Diese heile Weltbilder, wollen wir nicht, denn die Welt ist nicht mehr heil – sie ist kaputt! Unsere YO! Produkte werden mit unseren Grafiken, Fotomontagen, Fotos ehrlich dargestellt. Mit dem Vertrieb der YO! Produkte, die alle wirklich aus reinen Naturprodukten hergestellt werden die VEGAN sind und umweltfreundlich und nachhaltig produziert werden, mit viel Handarbeit

  2. Avatar

    Ein sehr interessanter Post! Und wohl derzeit auch ein echtes Thema, ich werfe hier mal noch den Walulis und funk in den Raum, die sich auch gerade mit dem Thema beschäftigt haben: https://www.youtube.com/watch?v=U6ZZLRvd9XM & https://www.youtube.com/watch?v=L_BAyZlATNw
    Grad der zweite ist, was die Verbreitung von Gratis-Bildmaterial von Personen angeht, sehr sehenswert.
    Ansonsten sehe ich es ehrlich gesagt ein bisschen zwiegespalten. Als Mediengestalterin war ich im Laufe meines Berufsalltags schon oft auch Stockfotos angewiesen – je teurer sie sind, desto seltener werden sie auch verwendet und sind noch ein Stück weit „Unikate“. Ich beziehe mich hier aber ausdrücklich nicht auf Personen, sondern anderweitige Motive.
    Wenn es allerdings darum geht, eine authentische Marke aufzubauen, stimme ich dir schon zu – da sollte dann auch das Budget da sein, eigene Models oder Kunden exklusiv zu fotografieren. Allerdings kostet das gut das Zehnfache und ist für kleine Startups oft nicht zu stemmen. In dem Fall könnte man dann das eigene Gesicht hinhalten und die eigene Gründerstory ggf. mit echten und tatsächlichen Bildern (zB auch „Vorher-Nachher“) belegen. Da muss man dann auch wieder zwischen Testimonails/Werbegesichtern und „Hallo, i bims, der Gründer“ unterscheiden. Bei zweiterem muss ja kein Foto hin, aber wenn, dann natürlich ein echtes.
    Also, alles in allem: ein spannender Diskussionsanstoß, die viele Fragen aufwirft und nicht zuletzt dann vielleicht auch wieder beim Thema „Sollte (Natur-)Kosmetik auf Modelbildern Photoshop einsetzen?“ landet…

    Liebe Grüße,
    Kati

  3. Avatar
    Lisa

    Jean&Len und CD sind keine Naturkosmetik.
    (Bei Jean&Len habe ich in den Inhaltsstoffen von deren Sonnencreme mal Plastik gelesen, das wäre bei Naturkosmetik gar nicht möglich.)

  4. Avatar
    abby

    mega toller Beitrag! schau doch mal bei https://loverosecosmetics.com vorbei. dir werden die Produkte so gut gefallen! sie sind sogar vegan und verzichten komplett auf Plastik. und machen ausserdem eine Babyhaut 😍

  5. Avatar
    Polli

    Wahnsinn! Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, super Post und sehr informativ! Das rückt die verschiedenen Marken natürlich in ein eher unehrliches Licht…

  6. Avatar

    Dass Unternehmen Stock-Fotos verwenden, ist eine ganz normale und aus meiner Sicht auch sinnvolle Praxis. Schließlich sollen die Fotografen mit ihren Fotos auch Geld verdienen können & selbst falls ein Bild mal z.B. für Naturkosmetik und Treppenlifte gleichzeitig wirbt – wo liegt das Problem?

    Einen Schock versetzt mir allerdings das Negativ-Vorzeigebeispiel Ben & Anna. Wie dreist ist das denn! Dadurch schadet das Unternehmen langfristig nicht nur sich selbst (klar, die Kund*innen haben zwar erstmal einen positiven Eindruck, wenn sie aber herausfinden, dass die vorsätzlich getäuscht wurden, dürfte das vielen nicht gut gefallen), es zieht dadurch die Glaubwürdigkeit von Naturkosmetik generell in den Schmutz. Indem es „regional, transparent, von Menschen für Menschen“ nur als Marken-Etiketten missbraucht, um mehr Geld damit zu verdienen, trägt es dazu bei, dass Verbraucher*innen das Vertrauen verlieren. Damit schaden sie also auch anderen, redlichen Marken.

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    Luna

    Ben&Anna find ich echt arg. Das geht für mich gar nicht.
    Also wenn Models mit einer anderen Identität verkauft werden, ist das nicht in Ordnung.
    (Und sind auch keine Kunstfiguren, wie es in Theater und Darstellung passiert)

    Mich nerven Stockfotos mehr aus einem feministischen Standpunkt heraus: was wird uns da gezeigt? Glatte, rasierte, genormte Körperteile. Faltenfreie, strahlende Haut. Alles nicht immer möglich.
    Ich möchte nicht, dass Naturkosmetik den gleichen Bullshit fährt wie konventionelle Produkte und nur für „Jugendlichkeit“ ist. Ich möchte eine Creme, die mein Mit-Altern unterstützt.

    Und es gibt sicher genügend Stock-Fotos von weniger bekannten Models oder welche, die es werden wollen, die zugleich mehr Realität zeigen wollen.

    Mich sprechen Produkte mit Menschenfotos gar nicht mehr an. Mir gefällt lieber eine botanische Darstellung einer Blume (die angeblich drin ist) oder ein Mandala oder eine Kinderzeichnung.
    Und aus dem Alter, wo ich Bild-Geschichten von fiktiven Menschen, die mir ein Produkt unterjubeln wollen, war ich noch nie oder bin ich wieder herausen.

  8. Pingback: Aufgeschnappt #40: Naturkosmetik- & Aromatherapie-News (inkl. Vivaness Sneak Peek) - herbsandflowers.de

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    Hey liebe Erbse! Vielen Dank für deinen Beitrag! Das ist ein umfangreiches und interessantes Thema. Ich als Inhaberin eines kleinen regionalen Labels hab mir natürlich auch immer wieder Gedanken dazu gemacht. Sie Fotos auf meinen Social Media Kanälen sind nahezu ausschließlich selbstgemachte. Für Blogposts verwende ich schon mal Stockfotos…. Aber hier sehe ich es nicht als ganz so essentiell an, auch hier eigene Fotos zu nehmen…. Oder wie siehst du das?

    Liebe Grüße, Denise 💗

  10. Avatar

    Hey liebe Erbse! Vielen Dank für deinen Beitrag! Das ist ein umfangreiches und interessantes Thema. Ich als Inhaberin eines kleinen regionalen Labels sehe es als wichtig an authentisch und natürlich zu sein, die Verwendung von Stockfotos sehe ich daher auch als kritisch an….

    Liebe Grüße, Denise 💗

  11. Avatar

    Die „Ben & Anna“ Geschichte hat mich umgeworfen. Ich habe von der Vivaness noch irgendeine Geschichte über die zwei im Kopf, dass sie mal in Berlin gelebt hätten, aber jetzt aufs Land gezogen wären. Jedenfalls gebe ich Dir Recht, dass es irreführend ist Stockfotos zu verwenden um damit angebliche Personen darzustellen. Ich weiß eigentlich gar nicht, wie das geht, denn aufgrund der Bildrechte müssten die Fotos entsprechend gekennzeichnet sein.

    Ansonsten würde ich jetzt aber „Stockfotos“ auch nicht generell verurteilen. Ich bin gerade selbst mitten in der Produktentwicklung für ein Naturkosmetikshampoo und merke wie teuer alles ist. Da kann ich schon nachvollziehen, dass man sich insbesondere zu Beginn einfach keinen professionellen Fotografen leisten kann. Leider bin ich selbst auch keine begnadete Fotografin.

    Mein Problem mit Stockfotos ist aber ein ganz anderes: Man sieht ihnen fast immer an, dass es Stockfotos sind und damit fehlt jegliche Authentizität.

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