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[DIY] Protein-Sprühkur fürs Haar (vegan & „magic“) | Wie erkenne ich Proteinmangel?

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Gerade muss ich schmunzeln, weil ich mich daran erinnere, wie ich als junges Mädchen eine Eiweißkur für meine Haare machen wollte und ohne große Recherche einfach ein rohes Ei über meinen nassen Schädel kippte. Damals war da halt noch nicht viel Internet und erst recht keine Beauty Blogs. Meine Reue war sehr groß, als ich bemerkte wie das Eiweiß unter der Dusche fester wurde und überall im Haar verteilt war. Es war eine langwierige und für mich auch irgendwie ekelhafte Erfahrung. Heute weiss ich, dass ich meinen Haaren auf veganem Wege genügend Protein zuführen kann. Und wie, weshalb und womit möchte ich euch heute zeigen.

Das Haar magic vegan Proteinspray diy selbstgemacht HaarpflegeKurzgesagt besteht unser Haar überwiegend aus Keratin, was ein sogenanntes Faserprotein aus Aminosäuren ist. Das Haar hat eine schützende Schuppenschicht (Cuticula) um sich herum, die wir uns zum Beispiel als Dachschindeln oder Tannenzapfen vorstellen können.
Die Schuppenschicht umschließt den Faserstamm (Cortex) und das Mark (Medulla) im Inneren des Haares. Der Cortex macht den größten Teil des Haares aus. Hier wird die Feuchtigkeit gespeichert, aber auch Haarfarbe, Dicke, Struktur und Elastizität werden bestimmt.

Kommt das Haar mit Wasser oder Wärme in Berührung öffnet sich die Schuppenschicht etwas, sodass zum Beispiel das Bürsten in diesem Moment stark belastend sein kann. Fehlen einige Schuppen oder sind porös, kann das leider nicht mehr repariert, aber zum Beispiel durch Protein geflickt und neuem Schaden vorgebeugt werden. Die Schuppenschicht unserer Haare wird immer wieder durch Umwelteinflüsse wie Sonnenstrahlung, mechanischer Belastung durch Reibung, Haarfärbung oder Bleichen, starke Hitze durch heißes Wasser oder Föhnluft und auch durch falsche Produkte strapaziert, sodass sie trocken, spröde und kraftlos werden und schneller brechen können. Eine Proteinkur ist daher keine schlechte Idee, aber vom rohen Ei auf dem Kopf können wir uns gut und gerne an dieser Stelle verabschieden. :)

Der Wet-Assessment-Test: Hat mein Haar Protein-Mangel? Oder benötigt es mehr Feuchtigkeit? Oder gar beides?!

Dieser Test lässt sich mit ganz wenig Aufwand und nur einem kleinen Opfer durchführen, kann dafür aber eine riesige Orientierungshilfe für die eigene Haarpflege sein. Ihr benötigt dafür nur ein einzelnes Kopfhaar, dass ihr entweder ausrupft oder aus eurer Haarbürste nehmt. Wichtig ist, dass ihr vorher keine zusätzlichen Pflegeprodukte verwendet und auf Silikone verzichtet habt. Es sollte nass sein und zwischen den Fingern vorsichtig und langsam gedehnt werden bis es reißt.

Bei langen Haaren empfiehlt es sich diesen Test zwei Mal am einzelnen Haar durchzuführen. In Richtung der Haarwurzel ist es meist “gesünder” und weniger stark geschädigt oder trocken, als an den Haarspitzen. So wissen wir ganz genau, ob wir auch unseren Haaransatz berücksichtigen müssen oder der Fokus einer Proteinkur in den Haarspitzen liegen sollte.

Das Haar magic vegan Proteinspray diy selbstgemacht HaarpflegeSchwaches Gummihaar leidet unter Proteinmangel. Es hat eine sehr hohe Dehnbarkeit, bis es letztlich bricht. Das Haar fühlt sich schlaff und gummiartig an. Eine der weniger tollen Haarkreaturen.

Das Haar magic vegan Proteinspray diy selbstgemacht HaarpflegeDas Unbürstbar-Haar ist sehr trocken und strohig. Oft sieht man es durch die Gegend fliegen und leider bricht es auch schnell. Es ist nicht sonderlich elastisch. Glücklich wird das Unbürstbar-Haar erst, wenn es genügend Feuchtigkeit bekommen hat. Eines seiner besten Freunde ist das Saurierdoku-Haar.

Das Haar magic vegan Proteinspray diy selbstgemacht HaarpflegeDas Saurierdoku-Haar hat mächtig Protein gepumpt, aber leider hat es damit etwas übertrieben. Es dehnt sich beinahe gar nicht mehr und bricht überaus schnell. Flauschen wir es, um es aufzumuntern, antwortet es mit einem knirschenden Geräusch. Manchmal ist ein Saurierdoku-Haar zusätzlich ein Unbürstbar-Haar. Hier hilft nur Feuchtigkeit, Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und die Reduktion von Protein in der Pflege.

Das Haar magic vegan Proteinspray diy selbstgemacht HaarpflegePrince cHAARming ist eine perfekte Balance zwischen Protein und Feuchtigkeit. Es lässt sich etwas dehnen, kehrt aber immer wieder in seine eigentliche Länge zurück und bricht dabei nicht. Außerdem glänzt es und wirkt rundum kraftvoll.

Veganes Rezept: Leave-In mit Protein

  • Sprühflasche aus Glas (50 ml)
  • 30 ml destilliertes Wasser
  • 20 ml Rosenhydrolat, alkoholfrei
  • 20 Tropfen Weizenprotein
  • 15 Tropfen D-Panthenol
  • 5 Tropfen Klettenwurzelöl

Die einzelnen Komponenten gibt es zum Beispiel online bei Behawe, Spinnrad, Dragonspice oder Baccara Rose. Sprühflaschen und destilliertes Wasser finden sich außerdem in gut sortierten Drogerien oder in Apotheken.

Um die Haltbarkeit der Proteinkur zu verlängern, ist es besonders wichtig mit sauberen und am Besten abgekochten Materialien zu arbeiten. Alles was sich nicht abkochen lässt, wische ich mit hochprozentigem Alkohol aus. Die Haltbarkeit verlängert sich auch, wenn das Spray im Kühlschrank gelagert wird. So sollten mehrere Wochen kein Problem sein.

Proteinzerstäubung Das Haar magic vegan Proteinspray diy selbstgemacht HaarpflegeIm Prinzip ist die Herstellung wirklich einfach. Es müssen bloß alle Komponenten zusammengeschüttet und kurz geschüttelt werden. Das Hydrolat kann durch destilliertes Wasser ersetzt werden. Auch ein anderes Hydrolat ist möglich, falls man Rosen nicht mag. Für zusätzlichen Duft lassen sich wenige Tröpfchen ätherisches Öl hinzugeben. So ist das Spray gleichzeitig noch ein toller Haarduft und mit Pfefferminze gibt es zum Beispiel einen Extra-Frischekick, den ich an heißen Tagen wirklich zu schätzen weiss. In der Regel mische ich aber selten zusätzlichen Duft dazu, da meine Haarrinse bereits aus vielen Duftkräutern besteht und ich diesen nicht übertünchen möchte.
Mit dem Öl lohnt es sich zu experimentieren. Es ist wegen der Feuchtigkeit im Spray, kann aber auch ganz weggelassen, durch ein anderes ersetzt oder höher konzentriert werden. Was euer Haar benötigt, werdet ihr aber sehr schnell herausfinden, falls ihr das noch nicht getan habt.

Anwendung

Ich nutze es jeden Tag, meist nach dem Aufwachen und vor dem Bürsten auf trockenem Haar. Und direkt nach der Haarwäsche im noch feuchten Haar. Hier habe ich den größten Effekt, den man übrigens sofort sieht und spürt. Bei meinem sehr langen Haare brauche ich für die Längen rund fünfzehn Sprühstöße. Den Haaransatz sprühe ich nur selten mit ein.
Meine Haare werden durch das Spray leicht kämmbar, verkutzeln (Nordhessen, yay ^^) nicht so schnell, bekommen einen schönen Glanz und werden angenehm weich, aber trotzdem kraftvoll. Ob es auch in der Langzeitwirkung etwas bringt, konnte ich über den oben beschriebenen Wet-Assessment-Test feststellen.

Inhaltsstoffe im Überblick

  1. Destilliertes Wasser —> die Basis
  2. Rosenhydrolat —> spendet Feuchtigkeit, antimikrobiell, duftend, (entzündungshemmend und beruhigend auf der Kopfhaut)
  3. Weizenprotein —> spendet Protein, antistatisch, bewahrt Feuchtigkeit, verleiht Volumen, Geschmeidigkeit und Glanz, (heilungsfördernd auf der Kopfhaut)
  4. D-Panthenol —> antistatisch, hält Feuchtigkeit, verleiht Volumen, Geschmeidigkeit und Glanz, (entzündungshemmend, heilungsfördernd auf der Kopfhaut)
  5. Klettenwurzelöl —> schenkt Glanz, Okklusiv-Effekt, (vermindert Talgproduktion der Kopfhaut, lindernd)

Ich erinnere mich noch gut daran, dass auf dem Reiterhof, auf dem ich mich als kleines Mädchen rumtrieb, oft das Pferdehaar mit Klettenwurzelöl gepflegt wurde. Ich gebe nach dem Spray auch gerne noch etwas des Öls in meine Haarspitzen.

Das Rezept kann natürlich auf die eigenen Vorlieben und Bedürfnisse abgestimmt werden. Bei Durch Grüne Augen, Valandriel Vanyar und im Langhaarnetzwerk habe ich weitere Varianten und Tipps gefunden.

Hand auf’s Herz. Wer von euch hat jetzt auch Lust auf ‘ne Runde Magic The Gathering? :D

Waschbär Ben

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37 Kommentare

  1. Mau

    Erbse!
    Immer wenn ich denke „Ich kann da nix mehr dazulernen“ oder „So langsam gibt es nichts Alternatives mehr, wo mich ein BeautyBlog noch fesseln könnte“ kommst du und BÄMM – haust sowas Tolles raus! Arr, Liebe!! <3

    Mau (die ja kaum Kosmetikkram nutzt, aber auf Ökokram und Erbse-Hendrik-Wortgefechte steht :D )

  2. Jenna

    Toller Artikel und die Idee mit den Info-Karten gefällt mir sehr! Total süß, musste mehrmals richtig grinsen :-D
    Das Spay will ich auch mal ausprobieren, hört sich echt toll an! Wobei es meinen Haaren derzeit eigentlich sehr gut geht, seitdem ich auch feste Shampoos umgestiegen bin. Tut ihnen irgendwie viel besser als die flüssigen Shampoos, die ich vorher benutzt habe.
    Aber du hast dem Shampoo ja schon lange mit Erfolg abgeschworen, Erbse und ich ich schaue mir immer gerne ein paar Kniffe von dir ab. Danke für die tollen Tipps :-)

  3. Hannah

    Hi Erbse!!!
    Was für ein toller Post mal wieder!!!
    Allerdings weiß ich nicht so richtig welche Kreatur eher zu meinen Haaren passt: ich hab einen fettigen Ansatz und beim Test hat sich das Haar nicht richtig brechen lassen.

    LG

  4. Liebe Erbse,
    ein toller Post – ich liebe deine Magic-Haar-Karten!!! Habe das zusammen mit meinem Bruder gespielt. Zu seinem Leidwesen super schlecht, aber immerhin.. ;-)
    Meine Haare verlangen momentan dank Roggenmehl kaum nach zusätzlicher Pflege, aber einen schönen Proteinkick werde ich ihm trotzdem mal zukommen lassen. Danke für’s Rezept!

    Liebe Grüße
    Lena | Rosemary – schön natürlich

    • Erbse

      Hey liebe Lena,

      danke dir. :) Ich hab Magic erst vor ein paar Jahren für mich entdeckt und seit dem spielen Henrik und ich immer mal wieder ne Runde. Es macht auch irgendwie Spass ab und zu mal ein Booster Pack zu kaufen, so als Überraschung für zwischendurch. :D

      Viele liebe Grüße,

      Erbse

  5. kvetina

    Danke für die super Übersicht :) Ich hab mir das neulich zwar durchgelesen, aber noch nicht so richtig ausprobiert!

    Und jetzt bin ich beruhigt, da sich meine Haar bei Prince cHAARming bewegen :)

  6. Bea

    Hallo Liebe Erbste :)

    Ich bin vor etwa einer Woche auf deinen Blog gestoßen und lese begierig deine Blogeinträge :P Ich habe mir auch gleich mal die Lavaerde gekauft, obwohl ich sehr skeptisch war, da bei mir Heilerde leider ein Reinfall war… und was soll ich sagen? meine wirklich sehr feinen und trockenen Haare lieben sie :D !! Und zudem war dein Protein Spray meine Rettung! ich war wirklich schon am Verzweifeln mit meinem Schopf aber diese beiden Sachen sind nun auch fester Bestandteil in meiner Haarpflege!

    Danke und ich freue mich auf deine weiteren Blogeinträge :)

    • Erbse

      Liebe Bea,

      ich freue mich total über dein super Feedback! :D Danke.

      Toll, dass du dich dennoch an die Lavaerde gewagt hast, obwohl du so schlechte Erfahrungen mit der Heilerde machtest. <3

      Alles Liebe,

      Erbse

  7. Tanja

    Danke für diesen tollen und so cool bebilderten Artikel!!!
    Da hast du wirklich viel Liebe und Zeit reingesteckt, das sieht man :)

    Hab auch gleich den Test gemacht … mein Haar ließ sich fast gar nicht dehnen und ist schnell gerissen … also brauche ich wohl Feuchtigkeit?!
    Hast du dafür auch eine Tipp?

    Dank dir und hab einen schönen Abend!

  8. Wo bekomme ich denn die Produkte her? Weizenprotein usw. Muss ich uuuunbedingt ausprobieren. Habe 2Monate kein Shampoo benutzt nur Wasser. Danach Natron. Meine Haare sind oben fettig und unten trocken trotz Bürsten :( help

  9. Annemarie

    Wow,richtig cool. Ich glaube ich mache seit Jahren etwas falsch, was vieles erklären würde :D
    Meine Haare sind gar nicht elastisch und sofort zerrissen und ich nehm immermal Proteinshampoo…..ich glaube ich mache deine Kur, nur ohne Weizenprotein. Mal sehen ob das was wird ;)
    Danke dir!

  10. Corinne

    Liebe Erbse,
    vielen Dank für diesen Super-Blog, den ich heute Morgen entdecken durfte.
    Meine Haare sind im Unbürstbar-Zustand, fliegen herum wie Superman. Ist der Proteinspray auch OK für diese oder hast Du auch ein super Rezept für Feuchtigkeit?

    Liebe Grüsse! Corinne

  11. Tina

    Liebe Erbse,
    Auch erstmal vielen Dank von mir für den bericht.
    Ich bin darauf gekommen, als ein Experiment schief ging. Ich verzichte seid ein paar monaten auf shampoo und verwende auch andere dinge. Nun hatte ich mir eine feuchtigkeitskur gemacht aus joghurt und kokosöl. Was soll ich sagen, Katastrophe. Da ich kein schampoo verwende hab ich das öl fast nimmer raus bekommen. Erst als ich mir 3 mal die haare einshamponiert habe mit dem shampoo von meinem freund. Die kur hatte ich versucht, da meine locken feuchtigkeit brauchen. Hast du da auch so ein Rezept wie für protein ohne viel öl oder zeug das man ihne richtiges shampoo schwer wieder raus bekommt? Lg tina

  12. E

    Hiii erbse:)
    Danke ich bin schon so so lange auf der such nach einem veganen Leav in mit Weizenprotein. Darf ich fragen woher ihr euer veganes D-Panthenol bezieht?
    Online hab ich nur ein synthetisch hergestelltes bei behawe gefunden in der Beschriebung steht leider auch nichts von vegan.
    Auf der peta Seite wir D-Panthenol als nicht oder möglich nicht vegan angegeben. Ich brauche schnell hilfe dar meine Haare sehr kaputt sind.
    Liebste Grüße E.

  13. Agnes

    Liebe Erbse, ich habe die Sprühkur nun auch zusammen gemixt und auch gleich ausprobiert. Jetzt sind die Haare aber zum Teil wie verklebt?! Kennt jemand das Problem?
    Ich habe seit längerem dauernd fliegende Haare. Öle usw bringen gar nichts bzw machen es sogar noch schlimmer. Positiv zu vermerken ist, dass sie nun wirklich weniger fliegen :-). Aber das verklebte Gefühl ist nicht so toll.
    Vielleicht hat jemand einen Tipp.
    liebe Grüße

  14. Jelena

    Hallo Erbse,

    erstmal danke für Deinen tollen Blog und den Bericht. Ich habe nur ein kleines Problem: Ich finde auf den von Dir angegebenen Seiten kein Rosenhydrolat. Ist das Rosenwasser ??

    Liebe Grüsse

  15. Pingback: Boost your Hair – Mein kleines bisschen Extra - Fräulein Immergrün

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