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DIY: Veganes Haargel aus Leinsamen

 

Seit einiger Zeit sind Gleitmittel immer öfter auf Wasserbasis, bio und vegan erhältlich. Das war für mich ein Anstoß mal zu recherchieren, was die Menschen noch vor einigen Jahrzehnten als Gleitmittel nutzten und stieß dann auf ein Rezept für Leinsamen-Gel. Das fand ich sehr spannend, denn mir waren die Eigenschaften von Leinsamen bereits aus der Küche bekannt. Ich nutze Leinsamen sehr gerne als Ei-Ersatz für herzhafte vegane Gerichte. Mittlerweile haben die meisten ja mitbekommen, dass ich gerne mit natürlichen Zutaten in meinen Haaren spiele und da viel Freude am herumprobieren habe. Deshalb kam mir direkt der Gedanke, dass die guten Eigenschaften von Leinsamen auch hervorragend in meine Haarpflege passen würden. Leinsamenöl findet sich ja schließlich auch in Haarprodukten!
Mir fiel dann schnell auf, dass das Leinsamen-Gel für die Haare besonders in amerikanischen YouTube-Tutorials verbreitet ist und schon stand ich vor meinem Herd und rührte los.

Das sind die Zutaten

  • 250 ml destilliertes Wasser
  • 40 g Leinsamen
  • optional wenige Tropfen Vitamin E
  • optional fünf Tropfen eines ätherischen Öls

Das wird zusätzlich benötigt

  • Topf
  • Kochlöffel
  • Feines Sieb
  • Glas mit Deckel (oder am Besten einen Pumpspender)

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So wird es gemacht

Wie immer gilt es so sauber wie möglich zu arbeiten, damit das Gel nicht zu schnell verdirbt. Das bedeutet: Saubere Arbeitsflächen, abgekochte Werkzeuge und Behälter, Handschuhe tragen, Haare zusammenbinden und Katzen fern halten. Das destillierte Wasser wird zuerst auf mittlerer Stufe im Topf erhitzt. Normales Leitungswasser wäre auch möglich, beeinträchtigt die Haltbarkeit des Gels jedoch enorm. Sobald es leicht zu blubbern beginnt, können die Leinsamen hinzu gegeben werden. Ich habe geschrottete genommen, wobei ganze ebenfalls funktionieren. Unter Rühren werden die Leinsamen zum Kochen gebracht. Es bildet sich ein weißer Schaum und man kann zuschauen, wie aus der Flüssigkeit langsam eine gelige Konsistenz wird. Ich habe noch fünf Minuten weitergerührt, bis ich die Konsistenz hatte die ich wollte. Erkaltet wird das Gel noch etwas fester, was zu beachten ist. Den Topf habe ich dann erstmal einige Minuten zur Seite gestellt, damit es für meine Hände nicht zu heiß wird. Wer ein Sieb benutzen möchte, kann sofort weiter machen. Ich nutzte jedoch meinen Seih-Beutel, den ich eigentlich für Mandelmilch mache. Es kostet einiges an Geduld bis das Gel möglichst komplett durch das Sieb oder das Tuch gedrückt wurde. Sobald das geschafft ist, sollte es auch so abgekühlt sein, dass die optionalen Öle und das Vitamin E dazu können. Vitamin E ist ein natürliches Antioxidans und hilft das Gel zu stabilisieren, damit es nicht zu schnell kippt. Eine Konzentration von 3% sollte nicht überschritten werden. Heike Käser empfiehlt in ihrem Buch “Naturkosmetische Rohstoffe” eine Konzentration zwischen 0,2% und 0,3%, wenn das Vitamin E als reine Antioxidans eingesetzt werden soll. Bei meinem Rezept wären das ungefähr 0,3 Gramm. Die Ausgangsmengen sind bei der Rechnung nicht zu nehmen, da die Leinsamen herausgefiltert werden und ein Teil des Wassers verdampft. Als Zusatz habe ich noch wenige Tropfen ätherisches Lavendelöl dazu gegeben. Das erhöht ebenfalls die Haltbarkeit und außerdem liebe ich den beruhigenden Duft sehr. Das Gel sollte sich ungefähr einen Monat im Kühlschrank halten. Es lässt sich aber genauso gut portionsweise einfrieren.

Die benutzten Leinsamen können danach übrigens noch ohne Probleme wiederverwendet oder ganz einfach ins Müsli oder in Keksteig gegeben werden.

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Und das bringt es

Vor Allem viel Feuchtigkeit für die Haare! Ich war zuvor absolut von Aloe-Gel für meine Haare überzeugt, aber da ich das Leinsamen-Gel so einfach herstellen kann und es im Schnitt viel günstiger ist, werden die beiden sich meinen Favoriten-Platz teilen müssen. Leinsamen-Gel verfügt zudem über eine außerordentliche Eigenschaft: Es hält die Haare in Form. Das konnte ich an mir selbst ausprobieren. Im Netz fand ich dann noch zahlreiche Erfahrungsberichte von Menschen mit starken Locken, die diese mit Leinsamen-Gel nicht nur pflegen sondern auch formen und stylen. Das finde ich ganz schön faszinierend. Zumal es absolut natürlich ist und auch keinerlei Rückstände auf dem Haar hinterlässt.

Leinsamen enthalten viele Omega-3-Fettsäuren, die zum Beispiel das Haarwachstum anregen sollen, weshalb wir uns das Gel auch gerne auf die Kopfhaut geben können. Außerdem macht es die Haare weich und scheinend und lässt sich gut unter den meisten Haarölen oder auch mit Aloe-Gel nutzen.

Wie versorgt ihre eure Haare mit Feuchtigkeit? Und welche Stylingmittel nutzt ihr?

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13 Kommentare

  1. Daggi

    Hallo Erbse, das finde ich sehr interesssant, da ich immer mehr Haare verliere (liegt wahrscheinlich am Alter und den Hormonen) und sie immer dünner werden. Ich habe schon von Natur aus wenige und dünne Haare und vermeide schon so gut wie möglich Hitze. Aber auch beim Lockenwickeln reiße ich mir Haare heraus, egal wie vorsichtig ich das anstelle. Werde ich also gerne mal testen, vor allem weil ich ein wenig Naturlocken habe. Meinst du, man könnte das auch mit Chiasamen machen? Danke!

  2. Du erinnerst mich mit diesem Blogbeitrag an meinen ersten Versuch ein Leinsamengel selber zu machen. Ich bin daran echt gescheitert, hihi.^^ Ich habe es zu lange kochen oder Abkühlen lassen, jedenfalls habe ich die glibberige Masse nicht trennen können. Sprich, ich konnte die Leinsamen nicht mehr aus dem Gel hinaus filtern. Beim 2. Versuch hat es dann aber geklappt. ;)

    Liebe Grüße,
    Jenni

  3. Danke für deinen informativen Eintrag! Ich gebe zu dem immer gern das Gel als Zutat in meine Haarseifen wenn ich siede <3 meine schwierige Kopfhaut liebt Leinsamengel, da kommt Aloe einfach nicht ran. Und wie du schreibst super günstig und super easy!

  4. Ute

    Meine Freundin benutzt auch Leinsamengel für die Haare. Allerdings kocht sie es inzwischen nicht mehr, sondern läßt das Wasser-Leinsamen-Gemisch einfach über Nacht stehen. Das funktioniert für sie besser als kochen.

  5. Ich hatte auch mal Leinsamengel selbstgemacht. Leider hatte ich zu viele Samen oder zu wenig Wasser genommen, so dass es super zäh wurde und es nur geklebt hat.
    Ich hatte die Leinsamen vor dem aufkochen 24 Stunden quellen lassen, dann löst sich schon viel Schleim. Einfrieren finde ich die Beste Lösung, da muss man nicht über die Konservierung nachdenken und im Moment taut es ja schnell auf der Heizung auf. Vielleicht sollte ich doch mal einen zweiten Versuch starten ^^

    Liebe Grüße

  6. sophia

    Hallo! Ich bin gerade über einen alten beitrag von dir gestoßen, in dem du die yaoh hanf salbe als guten bepanthen-ersatz bezeichnest…ich mische mir zwar meine salbe oft selber aber hätte lust, die einmal auszuprobieren. kannst du sie immer noch empfehlen oder gibt es einen neuen tipp dafür? und…ich verwende wundschutzsalben gerne als lippenpflege…eignet die sich auch dafür, hinterlässt sie ein bisschen einen film? und entschuldige, dass ich so aus dem zusammenhang genommen hier kommentiere!!

  7. Vielen Dank für die Anleitung, das klingt ja wirklich recht einfach! Ich habe zwar keine Locken, aber meine Haare „bauschen“ immer ziemlich auf, obwohl ich sie lieber glatt hätte. Vielleicht könnte da das Gel auch helfen? Ich werde es bei Gelegenheit mal testen.

  8. Ich kannte bisher auch nur die Variante mit Aloe für die Haare, und bin jetzt sehr überrascht von dieser Idee! Ich frage mich, wie sich das so lange hält, entsteht da tatsächlich nicht irgendwann ein schlechter Geruch? Kann man das auch als Haarkur nutzen, also ich habe so dünne Haare, da geht kein Gel, aber ich dachte an eine Art Packung, einwirken lassen, dann wieder ausspülen. Hast du da Erfahrungen oder Ideen? Ganz lieben Dank für die tolle Anregung!

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