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Von PR-Samples und Umsonstläden (Video)

Hand aufs Herz. Wir Blogger*innen bekommen mehr oder weniger regelmäßig PR-Samples zugeschickt, die wir dann eventuell für redaktionelle Beiträge berücksichtigen oder uns einfach nur so an ihnen erfreuen. Aber nicht alles was man unverbindlich zugeschickt bekommt, findet man auch wirklich interessant oder brauchbar. Besonders als Blog mit dem Schwerpunkt auf vegane und tierversuchsfreie Produkte, scheiden die meisten PR-Samples von vorne herein aus. Ihr müsst euch vorstellen, dass gerade Marken die haufenweise Blogs in ihrem Verteiler haben, in Massen Produkte an diese verschicken und vorher (wahrscheinlich auch rein logistisch gesehen) auch gar nicht die Möglichkeit haben, dann noch zu sortieren was Blogger*in XY für Vorlieben oder Prinzipien hat. So habe ich manchmal viel zu dunkle Foundations in meinem Briefkasten. Oder eben Produkte mit tierischen Inhaltstoffen.

p2 pr sample september 2014Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.

Ich finde es ganz toll in meiner Arbeit mit PR-Samples unterstützt zu werden, denn so kann ich auch Produkte zeigen, auf die ich vielleicht gar nicht von alleine gestoßen wäre. Noch besser ist es, wenn Unternehmen oder PR-Agenturen einfach kurz via Email anfragen, bevor sie etwas losschicken. Nur tatsächlich fühle ich mich ab und zu echt überfordert, wenn dann zum Beispiel ein Päckchen wie das auf dem Foto zu mir gelangt. Natürlich. Ich freue mich auch. Aber jedes Mal stelle ich mir die Frage: Was mache ich mit den Sachen, die ich nicht nutzen möchte oder die nicht zu mir passen? Und dann frage ich mich weiterhin, wie wohl andere Blogger*innen damit umgehen mögen. Wo landen die ungewollten Samples letztendlich? Gar etwa im Müll? Oder bei ebay? Das ist so schrecklich verschwenderisch, dass es mich belastet. ;D Vielleicht wäre es einfacher, wenn ich mehr Frauen in meinem Freundeskreis hätte, die sich darüber freuen würden. Aber so muss ich mir andere Möglichkeiten suchen.

Ich habe euch zu diesem Thema mit meiner Webcam (Qualität ist also eher Oldschool) noch was aufgenommen. Also bei Interesse auch auf jeden Fall in die Kommentare unter dem Video schauen.

Video-Link: http://youtu.be/kbqeW91o0XM

Ein guter Anlass um ein wenig die Werbetrommel für Umsonstläden zu rühren. Mittlerweile gibt es beinahe in jeder größeren Stadt einen Umsonstladen, der meist von einem gemeinnützigen Verein getragen wird. Finanziert werden Umsonstläden also in der Regel über Spenden. Das Prinzip ist leicht zu erklären: Im Umsonstladen ist alles umsonst. Hier in Kassel hat kürzlich einer in der Frankfurter Straße aufgemacht. Man darf maximal drei Teile aus dem Laden umsonst mitnehmen und gerne eine kleine Spende für die Finanzierung des Ladens hinterlassen. Gut erhaltene oder gar neue Dinge können im Laden abgegeben werden. Ein Umsonstladen ist meistens politisch- oder sozialmotiviert und entscheidet nicht nach Bedürftigkeit, wie es bei vielen Kleiderkammern oder der Tafel der Fall ist.
Ich habe in der Vergangenheit auch schon Produkte ins Frauenhaus gegeben, aber da am Besten immer vorher anfragen, ob Make Up und Pflegeprodukte überhaupt benötigt werden.
Den Umsonstladen in Kassel findet ihr unter fairaendern.org || Ob es auch Umsonstläden in eurer Nähe gibt, findet ihr zum Beispiel unter umsonstladen.de heraus.

Gerne möchte ich mit euch darüber diskutieren. Vielleicht habt ihr noch weitere Ideen?

Waschbär Ben

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14 Kommentare

  1. lale

    Umsonstladen ist schon mal prima, ansonsten gibt es auch noch Mädchenläden. Auch manche Kleiderkammern oder Tafeln nehmen Kosmetika. Gerade die von dir gezeigten Produkte sind ja Trendprodukte und zielen schwerpunktmäßig auf ganz junge Mädchen b.

  2. Ich habe auch das Problem, dass ich manchmal nicht weiß wohin mit den Samples! Die Idee mit den Umsonstläden ist toll, danke für den Tipp! Habe deinen Link geklickt und gesehen, dass in Karlsruhe einer in Planung ist. Das wäre so super!

  3. So ein Zufall, gerade heute habe ich mir überlegt, bald mal über Umsonstläden zu schreiben. ;)
    Ich kann dir leider keinen Tipp geben, da ich das Problem auch selbst nicht habe. Ich finde es aber gut, dass du die PR-Samples nicht einfach wegwirfst, denn es wäre schon schade darum.

    The internet is for cats! Aww, so niedlich. (*__*)

  4. Hallo Erbse,
    ich persönlich stehe PR-Samples kritisch gegenüber, wenn sie nicht abgesprochen sind und auch nicht auf den Blogger passen, dem sie geschickt werden. Und ich finde schon, dass die Firmen, das Geld darein investieren sollten, nicht jedem von ihnen einfach das gleiche Paket zu schicken. Das ist für mich sonst einfach nur ganz billige Werbung.
    Ich finde es gut, dass du die Sachen nicht einfach wegwirfst, sondern dir wirklich Gedanken darum machst :-)
    Die Umsonstläden finde ich sehr spannend – vielleicht kann ich da auch einige meiner Sachen, die ich nicht mehr brauche, abgeben. Danke für den Tipp :)
    Viele Grüße :)

  5. Hör bloß uff… Die Samples machen mich irre! Seit einigen Monaten nimmt es Überhand und auch jetzt im Augenblick mit ich von den Sachen umgeben und sie machen mich feddisch. Immerhin habe ich sie erst letzte Woche sortiert in neu, getestet und muss weg, weil alt. Und da wird’s dann halt etwas traurig, wenn man es bedenkt…

    Mein Umfeld hat mittlerweile mehr, als es aufbrauchen kann – so geht’s vermutlich auch den Mädels Co-Autorinnen.

    Dein Post war mir Anlass einfach mal ne Mail rauszuhauen, ob man es hier in Gegend gebrauchen könne – endlich.

    Verkäufe zum guten Zweck kann ich zeitlich einfach nicht stemmen. Man möchte dann ja auch viel Gewinn und das hieße alles möglichst einzeln – das wäre sooo viel Arbeit. So viel Zeit habe ich gar nicht und irgendwie wird das so schnell total belastend, weil ich es gut machen will. Ai ai ai…

    Sollten alle Stricke reißen, hetze ich Muddis Freundinnen drauf und die gehen auf den Flohmarkt damit. Das möchte ich aber vermeiden.

    Nun ist es so, dass ich für mich einfach beschlossen habe, dass ich unangekündigte Samples schlicht nicht berücksichtige. Ich komme schon mit den abgesprochenen nicht hinterher, so wie ich es gern hätte. Wer sich nicht einmal die Zeit nimmt für eine Email, für dessen Produkte möchte ich mir auch keine Zeit nehmen (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ganz ehrlich: wer so lieblos seine Produkte verteilt, der hält wohl selbst nicht so viel davon.)

    • Hallo Magi,

      gerade dein letzter Absatz ist sehr treffend. Danke, du hast völlig recht!

      Ich habe jetzt einiges sortiert und werde einen Teil in den Umsonstladen geben und einen anderen versteigern und den Erlös spenden. Letzteres müsste ich demnächst mal genauer planen… ich habe auf jeden Fall den Gedanken das Geld dann an den Alternativen Bärenpark in Worbis zu spenden. Mal sehen. Wann wie wo…

      Bei dir hat es ja garantiert noch viel größere Dimensionen als bei mir, daher kann ich gut nachvollziehen wie du dich damit fühlen musst, wo ich doch schon von meinen Mengen so überfordert bin. ;D
      Also wenn du wirklich keine Zeit findest und du Lust hast ebenfalls was für eine Auktion (für den Bärenpark) bereit zu stellen, dann würde ich die Organisation gerne mit übernehmen. Mache mir die Arbeit dann ja sowieso. Können irgendwann demnächst ja mal drüber quatschen, wenn du magst. :)

      Beste Grüße,
      Erbse

  6. Arcia

    Oh Frauenhaus, das find ich ja großartig \o/

    Ich war selber mal in einem Frauenhaus (also als Bewohnerin) und da mangelt es eigentlich an allem, die nehmen meiner Erfahrung nach auch gerne kleine Geschenke an für Frauen, die wieder ins Leben starten wollen (jedenfalls hat bei uns jede ein Geschenk bekommen, aber unsere hatte auch 2 Lager).

    Ich habe vor Kurzem meinen guten großen Kinderwagen verschenkt, weil ich weiß, dass die Frauenhäuser die oft nicht als Leihgaben stellen können, weil sie keine staatliche Unterstützung für Kinder erfahren, auch wenn es Säuglinge sind. Das bedeutet, dass Frauenhäuser nur für jede Erwachsene Frau einen Zuschuss bekommen, jedes Kind muss von der Einrichtung oder von der Mutter selbst getragen werden, 60 % meines Geldes damals floss deswegen allein in die Miete… Da kann man sich dann auch nicht mal eben einen Kinderwagen kaufen…

    Makeupsamples hätte ich damals jedenfalls sehr sehr gerne gehabt, denn an was denkt man natürlich nicht, wenn man aus seiner Wohnung flüchtet, vollgepackt mit Zahnbürsten, Windeln und Wechselsachen? Ich habe sogar für mich Bekleidung vergessen, so dass ich nur das hatte, was ich am Leib trug.

    Möglich, dass für manche die Idee, Kosmetik ans Frauenhaus zu verschenken irgendwie komisch wirkt, aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen: man glaubt kaum, wie viel Normalität es einem zurück gibt, wenn man sich mehr als nur die Zähne putzt und wäscht morgens und seine Schminkroutine wenigstens teilweise wieder aufleben lassen kann.

    Wenn ihr mal Möbel zu verschenken habt die noch gut sind, ist das Frauenhaus auch eine gute Idee um zu inserieren, denn die Frauen haben natürlich auch wenig Möglichkeit, sich neu einzurichten.

    Liebe Grüße

  7. Tricky

    Auf Facebook gibt es auch Verschenkegruppen für verschiedene Städte. Ich bin auch in zwei aus meiner Heimatstadt, wo ich Dinge schon weitergab oder erhielt. Einmal bekam ich sogar kostenlos eine noch wirklich gut erhaltene Chaiselongue, auf der ich mich nun immer gerne verkrabbele, weil die so gemütlich ist. Decke drauf, die gleiche Decke aufs andere Sofa, schon sieht es nicht so aus, als wäre das einfach nur zusammengewürfelt. :D
    Also – solche Gruppen kann ich auch empfehlen.

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