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Welchen Einfluss hat Donald Trump auf die Kosmetikindustrie und Tierrechte?

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Gestern Morgen hatten beinahe alle von uns für einen Augenblick etwas gemeinsam. Wir wachten auf, prüften die Nachrichten und waren für viele Stunden fassungslos. Fassungslos über den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA. Wer in den letzten Monaten in den USA unterwegs war, konnte die populistische Stimmung und die Auswirkungen der Trump-Anhängerschaft am eigenen Leib spüren. Wo ich bis kurz vor den Wahlergebnissen noch dachte, dass das niemals möglich sein könne, wussten viele die dort waren: Es passiert. Und es passierte wirklich. Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Meine Gedanken sind seit dem bei allen Menschen, die unmittelbar von der Präsidentschaft betroffen sind. Bei allen Frauen, die nicht zurück an den Herd wollen. Bei der LGBTQ-Community, die weder krank sind, noch in den Knast gehören. Bei allen Afroamerikaner*innen, bei allen Native Americans, bei allen Hispanics, bei allen asiatischen Amerikaner*innen und bei allen Muslims, die verfolgt werden und Angst haben müssen, weil sie keine weißen Christen sind.

Trump ist ein sexistischer Rechtspopulist, doch wie könnte seine Amtszeit Kosmetikindustrie, Tierversuchsgesetze und Tierrechte beeinflussen?

2016 sollte eigentlich das Jahr sein, in dem Tierversuche für Kosmetikprodukte und Inhaltsstoffe in den USA Geschichte sind. Der Humane Cosmetics Act, der 2015 vorgestellt wurde, hatte unter Barack Obama schon keine guten Chancen. Mit einer Mehrheit der Republikaner jedoch, sind diese noch um einiges geringer.

Der Personal Care Products Safety Act könnte unter Trump Realität werden. Im Gesetzesentwurf steht, dass die Food and Drug Administration (FDA) jährlich mindestens fünf Inhaltsstoffe, die in Kosmetikprodukten genutzt werden, auf ihre Sicherheit testen soll. Man möchte damit gefährliche Inhaltsstoffe ausfindig machen und aus dem Verkehr ziehen. Was erstmal positiv klingt, bedeutet leider noch mehr Tierversuche, denn im Personal Care Products Safety Act sind diese erlaubt. Tests die in Europa, Israel und Indien längst illegal sind. Die Kosmetikhersteller sollen außerdem gezwungen werden Gebühren an die FDA zu zahlen, damit diese Tests finanziert werden können. Für kleine und mittelständige Unternehmen bedeutet das eine enorme Belastung. Große Konzerne hingegen unterstützen den Personal Care Products Safety Act, darunter L’Oréal, Rimmel, Johnson & Johnson, Estée Lauder, Unilever, Procter & Gamble und viele mehr.

Trump schrieb am 06. November 2012 auf Twitter: “Der Begriff Klimawandel wurde von den und für die Chinesen erfunden, damit die US-amerikanische Produktion nicht mehr wettbewerbsfähig ist.” – Er möchte das Pariser Klimaabkommen neu verhandeln oder gleich aufkündigen. In seinem Buch „Great Again“ schrieb er außerdem: “Erneuerbare Energien […] sind wirklich nicht mehr als ein teurer Weg, damit sich Baumumarmer gut in ihrer Haut fühlen.”

Ansonsten ist es schwierig abzusehen, wie relevant Tierrechte oder Tierschutz für Donald Trump sind. Er hat sich dazu bisher nicht geäußert und so konnte ich nur ein Statement ausfindig machen, in welchem er auf die Jagdaktivitäten seiner zwei Söhne eingeht. Diese sind in den Schlagzeilen gewesen, weil sie sich ein besonders schönes Hobby ausgesucht haben: Die Trophäen-Jagd von Wildtieren wie Löwen, Elefanten, Krokodile, Wasserbüffel und Nashörner. Donald Trump dazu: “My sons love hunting. They’re hunters and they’ve become good at it. I am not a believer in hunting and I’m surprised they like it.” – Sein Sohn Donald Trump Jr. ist interessiert am Posten des Innenministers.

Trumps anderer Spitzenkandidat für den Posten als Innenminister ist Forrest Lucas, der Gründer der Gruppe “Protect the Harvest” ist, die sich dafür einsetzen, dass alle das uneingeschränkte Recht auf Jagd, Fischerei, Fleisch essen, “Nutztierhaltung” und eigene Haustiere haben. Forrest Lucas kämpft zum Beispiel gegen Vorschriften für Welpen-Farmen und finanzierte dafür sogar einen Werbefilm, indem ein Tierrechtsaktivist in einen kommerziellen Hundezuchtbetrieb ging und dort feststellte, dass dort alles gar nicht so schlimm ist. Quelle

In Trumps beratenden Agrar-Ausschuss ist neben Forrest Lucas auch Terry Branstad (Governor in Iowa), der sich dafür einsetzt, dass Undercover-Aufnahmen und Fotos in Massentierhaltungsbetrieben verboten sind und Whistleblower harte Strafen zu erwarten haben. Ein Anderer ist Bruce Rastetter, dessen Bruder die kleinen Metallbuchten für schwangere Schweine herstellt und verkauft. Dave Heineman (ehemaliger Governor von Nebraska) setzte sich gegen ein Verbot der Jagd von Berglöwen ein und verteidigte Legebatterien und Schweinebuchten. Eddie Fields (Senator von Oklahoma) will das Verbot der Schlachtung von Pferden für Lebensmittel stürzen.

Menschen die sich vehement gegen Tierrechte stellen, könnten also die zukünftige Agrarpolitik der USA formen. Donald Trump ist umgeben von Tierrechtsgegnern.

Verzeiht mir den Galgenhumor an dieser Stelle, aber zumindest das Freihandelsabkommen (TTIP) wird Trump nicht unterschreiben. But watch out, we got CETA over here.

Ich kann nicht oft genug sagen, wie wichtig es ist, dass wir uns informieren, uns austauschen und zusammenhalten. Wie wichtig es ist, dass wir friedlich und respektvoll zueinander sind. Und wie wichtig es ist, dass wir rechtem Gedankengut und rückschrittlicher Politik keine Chance geben. Im kommenden Jahr sind Bundestagswahlen in Deutschland. Lasst uns alles dafür tun, damit uns keine böse Überraschung bevor steht.

Wie mein Kumpel Tony gestern schrieb:

Weiterführende, tolle Links und Quellen:

Bildrechte: Donald Trump (TheDon) By Annika Laas (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons | Guinea pig tumor sizing By Linda Bartlett (Photographer) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Passt auf euch auf. <3

Waschbär Ben

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10 Kommentare

  1. Arcia

    Das muss man sich mal vorstellen, dass in 4 Jahren Staaten wie China und Indien Tierrechtlich die USA überholen könnten, weil die sich mehr in Richtung Humanismus und die USA sich mehr in Richtung Massenabschlachten bewegen…

    • Ich würde mal noch nicht zu negativ sein. Klar, die Wahl ist ein ziemlicher Tiefschlag. Aber wer weiß schon, was der Mann am Ende wirklich machen kann.

      Er ist ja nicht Diktator der USA, sondern „nur“ Präsident.

      • Lila Katze

        Sehe ich auch so. Bin zwar entsetzt über die Ansichten, aber letztendlich ist Trump meiner Meinung nach jemand, der zwar große Töne spuckt, aber womöglich am Ende eh nix groß reißen wird.

        • sowaskommtvonsowas

          Verstehe euren Gedankengang und sehe es ähnlich, was die Auswirkungen auf politischer Ebene angeht. Finde es aber insgesamt zu kurz gedacht und fatal, sich mit dem Gedanken zufrieden zu geben, dass er nix reißen wird. Was er schon erreicht hat (parallel zu der AfD in Deutschland, die mittlerweile schon in vielen Kommunal- und Landesregierungen sitzt), ist die Salonfähigkeit von Diskriminierung, Populismus, Vorurteilen und rechten Hardlinern in der Gesellschaft. Und dagegen kann und sollte meiner Meinung nach jeder angehen!

  2. kathrin

    Sehr gute und wichtige Gedanken, vielen Dank. Lebe in Großbritannien, wo die Stimmung seit Brexit ähnlich trübe ist. Man kann nur hoffen, das das Gute in der Menschheit stark genug ist, all diesem Wahn zu trotzen.

  3. Lila Katze

    Liebe Erbse, vielen Dank für diese tollen Recherchen. Ich dachte mir schon, dass von Donald Trump in Sachen Tierschutz nicht viel zu erwarten sein wird. Das Ausmaß jedoch, in welchem die Tierrechte durch ihn und seine Entourage praktisch mit Füßen getreten werden, übersteigt mein Fassungsvermögen, und lässt mich mal wieder an den Wertvorstellungen der Menschheit zweifeln. Unfassbar und traurig!

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