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Männerbild

Es ist Samstagmittag  und ich gehe mit gut gelaunter Stimmung in ein Einkaufszentrum in der Nähe um dem Konsum zu fröhnen. Die Blicke schweifen durch die breiten Gänge des Konsumtempels, die Werbungen an den Läden wollen mir unnötigen Kram verkaufen und die Menschen huschen in großer Eile herum. Ich schaue mir die Menschen um mich herum etwas genauer an.

Manchmal achte ich darauf wie viele Männer lange Haare haben, manchmal achte ich auf Bärte und manchmal welche Männer mit welche Frauen zusammen durch die Straßen schlendern. Diesmal jedoch fallen mir die Papiermänner auf die mir erzählen wollen wie ich an ewige und vollkommene Männlichkeit komme.

Vor einem Modegeschäft (welches auch Hut & Mütze heissen könnte) bleibe ich stehen. Vor mir wellt sich ein fast komplett nackter Mann und grinst blöd. Seine Schwarz/Weiße Erscheinung kaschiert zusätzlich zu den Photoshop-Künsten eines Praktikanten Falten und charakterliche Merkmale. Der Bart wirkt lächerlich und auch der Rest wirkt unbeeindruckend. Selbst seine hässliche Unterbuchse schaut aus wie ausgestopft (habe ich dem Modell grad mitten in der Innenstadt auf den Pimmel geglotzt?!)

Eine 180 Grad Drehung und ich schaue wieder in den Menschenstrom. Männer, viele mit kurz geschorenen Haaren, ähnlich aussehenden Klamotten, blinkenden Ketten möglichst hartem Blick. Diese machen in dieser Situation den Löwenanteil aus, mir ist aber klar das wenn ich 2 Straßen weiter gehe ich dort vielleicht auf eine Gruppe langhaariger Bauarbeiter mit Wurstfingern treffe die alle ähnlich aussehen.

Worauf ich hinaus möchte…

Es gibt Männerbilder, jede Menge Männerbilder die sich aber häufig an Leitfiguren orientieren. Individualität erreicht man durch das ablegen seiner Follower-Mentalität und einer Selbstbetrachtung: „Was möchte ich darstellen?“ Die wenigsten der Typen an diesem Tage wird sich diese Frage gestellt haben. Ich stelle Sie mir jetzt…Was möchte ich darstellen?

Mein äußeres Erscheinungsbild soll mein inneres Bild unterstreichen. Ich nehme mich dabei als herzenswarmer Mensch wahr der allerdings hart erscheinen soll wenn es drauf an kommt. Wärme und angemessene Härte ausstrahlen ist gar nicht mal so einfach sag ich euch :D

Einladend soll meine Art sein, freundlich und doch herb wenn ich wieder ein Wort mit -Ficker sage. Nach außen hin soll man denken “ Hey der Typ, der sieht nett aus.“ Meine Art mich zu kleiden und wie ich meinen Bart trage, wie ich schlurfig gehe und meinen Bauch hinausstrecke, das alles soll meine duale Art doch irgendwie unterstreichen. Ein Unikat darstellen was man nicht an jeder Ecke sehen kann.

Habe meine Freunde gefragt was sie Innerlich und Äußerlich für Werte an mir wahrnehmen…

Großzügig, einfühlsam, umsorgend, verständnisvoll, interessiert, kommunikativ, offen, tolerant, sozial, manchmal unüberlegt und naiv, voller Lebensfreude, ein bisschen langsam und schläfrig,hilfsbereit, witzig, engagiert,groß, blond, bärtig, leicht bebaucht, hühnenhaft, wickingeresk, teutonisch, dicker Zinken,(…)

Ich schaue zurück auf das Hochglanzpapier mit dem farblosen Modell. „Farblos, ja genau so wirkst du auf mich“ denke ich mir und kaufe mir an der nächsten Bäckerei eine Salzbretzel.

Was möchtest du darstellen?

 

Waschbär Ben

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In Kategorie: Für Männer

Über den Autor

Veröffentlicht von

Ich bin der Henrik, 28 Jahre alt, wohne in der schönen Stadt Kassel und bin hier für die "männlichen Männer" unter euch zuständig. Ich schreibe über Produkte die der Mann haben sollte, Dinge die einen Mann bewegen und versuche euch Pflegekram näher zu bringen. Dabei lerne ich ständig dazu und wachse mit euch zum Pflegeexperten heran. Auch ich habe bei 0 angefangen und schreibe aus der Perspektive in der sich wohl die meisten Männer wiederfinden. Bei mir gibt es nicht nur langweilige Produktvorstellungen, sondern echten, ehrlichen Content. Ansonsten drehe ich gerne ab und an ein Youtube Video, spiele fürchterlich viel am PC und twittere den Rest des Tages.

23 Kommentare

  1. Traumhaft! Ich les meinem Mann (ebenfalls langhaarig^^) immer deine Blogeinträge vor, find die richtig gut geschrieben. Entweder schmeiß ich mich weg vor Lachen oder komm aus dem Nicken nicht mehr raus. Wahre Worte du sprichst, Herr Henrik.
    (Und besten Dank von meiner anderen Hälfte für den Deo-Tipp!)

    Viele Grüße
    Judith

    • Freut mich wenn euch der Tipp mit dem Deo geholfen hat. Mein Dösschen ist leider bald leer, somit könnte ich aber mit dem „Duft“ varieren. Es freut mich übrigens noch mehr das meine Texte unterhalten. Ich wünsche weiterhin hartes lolieren von meiner Seite aus :)
      LG Henrik

  2. Pingback: Beauty-News 16: Angesagte Themen in der Beauty-Community « beautyjagd

  3. Oh da sprichst du wahre Worte. Ich habe ja einen sehr speziellen Typ von Mann auf den ich stehe und bei dem Einheitsmännerbrei ist es schwer jemanden zu finden, der sich dem nicht schon ergeben hat.
    Die meisten Männer sind für mir genau das was du sagst „farblos“ einer gleicher als der andere. Sie haben nichts was sie besonders macht. Nichts bei dem man sagen könnte, dass es sie ausmacht.
    So jemanden zu treffen ist schwer. Leider wird den Männern vermittelt, dass sie genau dieses Bild des Einheitsmannes abliefern müssen. Ihnen wird gesagt, sie müssen sich die Haare schneiden, sie müssten sich den Bart abrasieren, sie müssten die gleichen Klamotten tragen. Genauso wenig wie ich Frauen mag, die alle gleich aussehen, mag ich Männer die keinerlei Persönlichkeit ausstrahlen.

  4. Andera Rabia

    Genau! Ich finde Männer klasse die sich von der Masse abheben! Ich finde auch diese „Metrosexuellen“ nicht sehr anziehend. Charakter und Testosteron, dass sollte ein Mann ausstahlen!

    G., Andera

  5. Hannes

    wohl wahr. Auch wenn ich die Frage, warum man sich Trends „unterwirft“, schön lange unterdrücke da es eh keine Sinnvolle Antwort darauf gibt.
    Wurde letztens auch von einer Kollegin warum ich denn so viel schwarz trage und nicht die üblichen bunten Dinger die in Mode sind. Konnte Sie nicht verstehen, dass ich nun mal gerne den Eindruck des Zotteligen Bären in schwarz mache ;) Also wozu Rasieren (Ein Mann ohne Bart ist eh kein echter Mann ;) ) und Kopf Scheren? Ist mir alles ein Rätsel, aber nun gut, wer ein laufendes Klischee sein will, solls ruhig tun. Umso schneller erkennt man Individuell denkende Mitmenschen.

  6. …Narben, Fältchen, ein paar graue (laaaaange) Haare ;), ein „gegen den Strom wachsendes“ Augenbrauenhaar, Bart, komische Klamotten, viel Humor, tierliebe, immer beschützend an meiner Seite (neverending Story) – ich liebe meinen Herrn Freund…auch wenn er anders ist als die komischen Menschlein die uns auf der Strasse gerne mal schräg anschauen…oder besser: gerade DESHALB!
    :guterbeitrag: Celilander!!

  7. Dein Text ist natürlich total wahr, Celilander. Einheitsbrei-Menschen mag eigentlich kaum jemand wirklich gerne und trotzdem lassen wir uns oft genug dazu machen.

    Und trotzdem lese ich hier in den Kommentaren was von „Echte Männer haben aber… Echte Männer sind aber nicht so und so…“. Das schlägt für mich wieder in die gleich Kerbe wie die Werbefotos irgendwie.
    Hier schreiben Leute, dass sie gerne sie selbst sein wollen und Männer mögen, die sie selbst sind. Aber trotzdem unterliegen sie wieder irgendwelchen Stereotypen.
    Können wir nicht alle einfach machen was wir möchten, ohne dass wir uns über andere als Richter_innen erheben? Damit meine ich nicht dich, Henrik!! Ich persönlich mag auch Männer mit Bart oder mit irgendwelche anderen inneren oder äußeren Merkmalen – trotzdem sind bartlose Männer nicht „schlechter“ oder „unechter“.
    Sich Gedanken zu machen, ob man männlich oder weiblich genug wirkt, ist genauso stereotypes Denken.

    Jetzt bin ich wieder die böse Motzkuh, ich seh das schon *hach*
    Ich hoffe, niemand versteht das als Angriff gegen sich – das ist nur mal ein bisschen Gedankensalat von mir dazu.
    Ich mag deinen Text trotzdem, Henrik :-) Besonders die Eigenschaftensammluing finde ich schön.

    • Erbse

      Fräulein Faserpiratin! :) Du hast das geschrieben, was ich mir bei einigen Kommentaren verkniffen habe. Aber jetzt muss ich dir natürlich beipflichten.
      Es geht ja viel mehr darum zu sich selbst zu finden und zu reflektieren und nicht eine Gruppe Mensch besser zu finden als eine andere.

      Besten Gruß
      Erbsi :tuete:

    • Alice Chan

      Genau dass wollte ich auch gerade sagen. Die Menschen und die Gesellschaft sollte sich generell davon frei machen wie die einzelnen Menschen zu sein haben, egal ob Mann, Frau, was dazwischen…Sterotypen machen alles kaputt…Ich mag zB eher „feminine“ Männer ohne Bart…Das ist doch genauso echt wie ein Typ mit Bart :) Wir müssen uns einfach von den Ansprüchen die die Gesellschaft an uns stellt frei machen. Es existiert sowieso hauptsächlich in unseren Köpfen und sonst nur zwischen unseren Beinen :)

  8. Ich finde solche, als auch solche Männer können hübsch sein. Es gibt Männer, die achten drauf, was sie anziehen oder wie sie sich pflegen, andere (wie zB mein Freund) kümmert das so ganz und gar nicht, ob sie nun lange oder kurze Haare und Bärte haben. Beide Seiten sind für mich echt, letztendlich kommt es wohl aber immer auf den Geschmack der Frau an, welches Bild sie lieber mag.

    Werbemodels vermitteln natürlich Ideale, die es so nicht gibt und klar guckt man als Frau gerne mal hin und wenn ich ehrlich bin, bin ich dauernd auf seinen ausgestopften Eiern hägen geblieben, weil die wohl so in den Mittelpunkt gerückt worden sind, dass sie das präsente am ganzen Bild sind.

    Schlussendlich hat keine Frau in ihrem ganzen Leben so einen Mann, weil Männer im Alltag keine Werbemodels sind. ;)

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