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Body Peace Revolution: Fashion-Blog versus Beauty-Blog

Wenn ich an Fashion-Blogs denke, muss ich manchmal an eine amüsante E-Mail eines anonymen Lesers zurück denken, in der mir erklärt wurde, weshalb die meisten Bloggerinnen nicht zur Fashion-Bloggerin taugen. Der Leser erläuterte weiter, warum Beauty-Blogger Beauty-Blogger sind und Fashion-Blogger eben Fashion-Blogger. Er beschrieb eine feste Grenze zwischen beiden „Genres“ und wies mehrmals darauf hin, dass Beauty-Blogger nicht massentauglich genug sind. Für Werbung uninteressant. Nicht schön genug. Nicht flexibel genug. Unnütz. Er beleuchtete das Phänomen der Beauty-Blogs sehr einseitig, denn ihm ging es offensichtlich nur um PR-Tauglichkeit und Markenplatzierung. Vielleicht sind wir ihm aber auch einfach nur zu unbequem.
Andreea von MyBeautyBlog griff dieses Thema schon 2012 in einem ihrer Artikel auf: Fashion versus Beauty

So ein Spruch der seit vielen Jahren in meinen Ohren klebt, ist folgender:

„Beauty-Blogger bloggen über Beauty, weil sie zu fett für Fashion sind.“

Ich weiss gar nicht mehr in welchem Kontext und von wem das gesagt wurde, aber seit dem muss ich stets schmunzeln (weil lächerlich), wenn es zu diesem Thema kommt. Ist natürlich alles gar nicht wahr. Wenngleich Kosmetikprodukte von Jedem getragen werden können, egal ob Größe 48 oder 36. Unter Beauty-Bloggern spielt Größe keine Rolle. (Oder doch?!)

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Es ist okay ein Mann oder eine Frau zu sein. Es ist okay beides oder etwas dazwischen zu sein. Es ist okay klein oder groß zu sein, körperlich beeinträchtigt zu sein, eine große oder kleine Nase zu haben. Es ist okay abstehende Ohren zu haben oder am ganzen Körper Sommersprossen. Es ist okay sehr dünn zu sein, aber es ist auch okay sehr dick zu sein. Es ist okay dunkle oder helle Haut zu haben. Es ist okay ein Kopftuch zu tragen, es ist ebenso okay einen Minirock zu tragen. Es ist okay sich jeden Tag zu schminken oder dies nicht zu tun. Es ist okay Falten und graue Haare zu haben. Es ist okay braune, blonde, schwarze und bunte Haare oder gar keine zu haben. Dicke Oberarme und kurze Beine sind genauso okay wie dünne Beine und lange Arme. Es ist okay sich am Körper zu rasieren, es ist aber auch okay dies nicht zu tun. Es ist okay muskulös zu sein. Und es ist okay unsportlich zu sein. Es ist okay Cellulite und Pickel zu haben. Es ist okay kleine, große, hängende oder verschieden geformte Brüste zu haben. Es ist okay auch mal etwas nicht zu wissen, es ist okay nein zu sagen. Es ist aber auch okay ja zu sagen.
You get it.

Trotzdem kann ich verstehen, wie schwer es ist sich und seinen Körper so zu akzeptieren wie er ist. Es gelingt vielleicht manchmal besser, an manchen Tagen wieder weniger gut.  Da steht man vor dem Spiegel und findet überall etwas was man „optimieren“ könnte. Womöglich schaut man sich dann auch noch irgendwelche hübsche Frauen und Männer in Hochglanzmagazinen an und ist dadurch noch mehr verführt sich selbst zu bestrafen. Aber ganz ehrlich. Wir können nicht so aussehen wie die Menschen aus diesen Magazinen. Die Menschen aus diesen Magazinen sehen in Wirklichkeit ja nicht mal selbst so aus wie die Menschen aus diesen Magazinen.

In meinem Feedreader befinden sich eine Menge Beauty-Blogs. Tatsächlich aber auch einige Blogs die sich mit Kleidung beschäftigen. Ich gebe es ja zu… ich bin wirklich nicht into Fashion. Aber Menschen mit einem ungewöhnlichen Stil, Menschen die etwas ganz Besonderes ausstrahlen… die schaue ich mir sehr gerne an. Besonders wenn sie zusätzlich noch eine Meinung haben und diese auch mitteilen. Es gibt nämlich auch unbequeme Fashion-Blogger. Vielleicht ist es deswegen gar kein Zufall, dass sich unter meinen liebsten Fashion-Blogs so unterschiedliche Frauen und auch ein älterer Herr tummeln. Danke, dass es euch gibt! BODY PEACE REVOLUTION!

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Meine Lieblingsartikel: I Wandered Lonely As A Cloud Why I stopped engaging with plus size media

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Mein Lieblingsartikel: 28. April 2013

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Meine Lieblingsartikel: ♥ Alice in Wonderland ♥ | ♥ Dots & Bows ♥ | ♥ Kittens & Denim ♥

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Meine Lieblingsartikel: ZERSTÖÖÖRUUUUNG!!!! | Modesünden, Akne & Figurprobleme!!

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Meine Lieblingsartikel: Whatta flop | Back To Reality

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Meine Lieblingsartikel: MONOBROW | DISTORT | SPOOKY

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Meine Lieblingsartikel: OOTD Permission to come aboard, Captain?Meine Meinung, deine Meinung und die feine Grenze zwischen konstruktiver Kritik und grenzenloser Respektlosigkeit.Schimpftirade auf offener Straße

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Meine Lieblingsartikel: Normal ist Anders | Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? | Vielfalt in der Lingerie Werbung

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Und jetzt habe ich noch eine klitzekleine freiwillige Hausaufgabe für euch! Hinterlasst mir in den Kommentaren doch bitte einen Link zu eurem liebsten Fashion-Blog. :)

Waschbär Ben

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16 Kommentare

  1. Ich hab mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken darübergemacht, warum der eine Beauty- und der andere eher Fashionblogger ist. Für mich schien das einfach selbstverständlich zu sein, dass jeder über das schreibt, was ihm am meisten interessiert. Dein Post hat mich gerade zum Nachdenken gebracht.
    Sicher, für viele mag das – leider – ein Hindernis sein, die für Outfitposts meist notwendigen Ganzkörperfotos zu schießen, einfach weil sie sich in ihrem Körper nicht wohl fühlen. Das finde ich schade, weil so sicher viel Stil & Vielfalt in der Bloggerweilt verloren geht. Ich denke – und hoffe – das durch Blogs wie reizende-rundungen oder luziehtan andere Menschen ermutigt werden, und sehen wie hübsch doch jeder Mensch sein kann, wenn er nur richtig in Szene gesetzt wird / sich selbst akzeptiert.

    … und ich finde das übrigens toll, dass du nicht nur deine Lieblingsblogs verlinkt hast, sondern auch deine Lieblingsartikel dazugepostet hast. Das macht das ganze gleich viel interessanter :D! Mein Lieblingsblog ist http://www.fashionfreakwithheart.com , liegt vor allem daran, dass ich die Bloggerin schon seit ich 14 Jahre alt bin lese – also definitiv eine Nostalgiesache :)

  2. Nina

    Aaah, toller Post!
    Bisher habe ich diese Trennung zwischen Beauty und Fashion gar nicht so empfunden, bzw. bemerkt, weil in den meisten Beautyblogs, die ich lese, auch immer wieder Outfits gepostet werden.
    Aber ich hab auch noch nie so richtig drüber nachgedacht.
    Besonders toll finde ich Deine Lieblingsfashionblogs, und What Ali wore gehört auch schon lange zu meinen liebsten Lieblingsblogs!! Super Typ, der Ali.
    Außerdem lese ich noch sehr gerne http://www.the-rosenrot.com/, ein Blog über Avantgarde-Mode, die ja auch häufig in ihren extremeren Formen auf Unverständnis stößt.

  3. Na da fällt mir direkt diese wunderbare Dame hier ein:
    http://stoff-im-gehirn.blogspot.de/
    Das schöne an ihrem Fashion- Blog: Alles selbstgenäht ♥ und mit dem unwiderstehlichen Zuckerhauch von Lolita-Fashion.

    Meiner Meinung nach steckt nicht in jeder schönen und massentauglichen Verpackung auch ein tolles Geschenk.
    Der Mensch hinter allem ist doch wichtiger als das Drumherum.
    Wech mit den Schubladen! ;)

  4. “Beauty-Blogger bloggen über Beauty, weil sie zu fett für Fashion sind.” Genau so ist es – und ich bin Lifestylebloggerin, weil ich nichts Besonderes kann und auch von keinem speziellen Thema wirklich Ahnung habe.

    Asu-Rocks lese ich auch ganz gerne :) Ich finde aber nicht, dass das wirklich ein Faschionblog ist. Sie
    bloggt ja auch Alltagszeug, Make-Up-Bilder oder Kunstwerke ;)

    Ich persönlich finde reine Fashion- oder Beautyblogs auch eher langweilig. Da müsste mich jemand schon mit wirklich außergewöhnlichen Sachen weghauen. Aber selbst das fände ich ohne ein bisschen Alltagsgelaber nicht so toll. Das schöne an Blogs ist ja, dass sie von ganz normalen Menschen stammen.

  5. Ich finde sogar, dass die Grenzen zwischen Beauty- und Fashionblogs sehr ineinander übergehen. Mal ehrlich? Wer von uns Mädels interessiert sich nur für die eine Seite und lässt die andere außen vor? Wer schminkt sich gern und gut, ist aber an Mode und dem passenden Outfit desinteressiert?
    Wer liebt Mode und die neuesten Trends und trägt diese am liebsten täglich, achtet aber nicht aufs Make Up???
    In meinen Augen ist es Schwachsinn, dass das eine das andere ausschließt und Themenschwerpunkte gibt es auf jedem Blog – mit der Möglichkeit auch in gaaanz andere Richtungen zu schweifen, wann immer man es mag. Es ist schließlich jeder Blog ein individuelles „Produkt“ eines kreativen Menschen und so sollte sich doch jeder so austoben dürfen wie er es für richtig hält! Und wer es nicht lesen mag, kennt mit Sicherheit das kleine Kreuz oben rechts in der Ecke zum Schließen der Seite :-)

  6. Liebe Erbse!

    Ich hab deinen Beitrag schon im September gelesen, hatte damals aber keine Muße, einen Kommentar zu schreiben. Sei hiermit nachgeholt.

    Erst mal danke für die Verlinkung und die Blumen. *rotwerd* Es freut mich sehr, daß du unseren Blog magst. :)

    Als (einigermaßen) Außenstehende erscheint es mir ziemlich merkwürdig, daß zwischen Beauty und Fashion so ein großer Unterschied aufgemacht wird. Ich meine, im Grunde geht es bei beidem hauptsächlich darum, sich mit dem Thema „Attraktivität“ zu befassen – und das ist ja sowas wie der Kernpunkt weiblicher Identität. (Jetzt erst mal so wertfrei wie möglich gemeint.) Interessant wird es (für mich) eigentlich erst wenn man über diese Abstraktion rausgeht und sich genauer anguckt, wer wie mit welchem Thema umgeht. Mein Eindruck ist schon, daß eine Menge Blogs nur reproduzieren, was gesellschaftlich als schön anerkannt ist, aber daneben gibt es auch die Blogs, bei denen Beauty/Fashion nicht primär „Schönheit“ sondern eben Selbstausdruck bedeutet: Sich mit sich selber gut fühlen und ein bißchen rumexperimentieren, egal ob das Ergebnis eher unauffällig ist oder total ausgeflippt.

    Mal abgesehen davon, daß es ja nicht nur ums Zeigen sondern auch um Hintergrundinfos und Inspiration geht und darum, andere an seiner Expertise teilhaben zu lassen bzw. davon zu profitieren. In diesem Sinne: danke für deinen Blog! :-*

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