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Wie steht Alverde zum Palmöl?

Nachdem ich vor einigen Wochen damit began ein paar mehr Informationen bezüglich Palmöl zu sammeln, bin ich natürlich nicht drumherum gekommen mir einzelne Firmen mal genauer diesbezüglich anzusehen. Leider warte ich seitdem immer noch auf die Antworten der befragten Unternehmen. Die Mühlen mahlen mal wieder sehr langsam. :)

Kundenservice wird bei DM-Drogeriemarkt und besonders bei Alverde ziemlich groß geschrieben. Das wissen wir alle spätestens seit sich Alverde einen Twitter-Account einrichtete und nun bereits recht erfolgreich auf Facebook unterwegs ist. Diese Entwicklungen haben sehr positive Seiten für die Kunden und letztlich auch automatisch für das Unternehmen. Gut gibt es aber nie ohne Böse und Böse nie ohne Gut. Das Schlechte daran ist nämlich die (An-)greifbarkeit, in die sich Alverde gestürzt hat. Wir erfahren mehr von dieser Firma als von vielen vielen anderen. Daher tut es mir schon leid, dass Alverde auf Blanc et Noir häufig als Beispiel dienen muss. Bedenkt bitte, dass es bei den meisten anderen Firmen ähnlich, besser oder sogar schlechter ausschaut.

Hier ist die Antwort vom DM-Kundenservice bezüglich Palmöl und Alverde:

Sehr geehrte Frau —,

vielen Dank, dass Sie sich an uns gewandt haben.

Gerne geben wir Ihnen Informationen zu dem in den alverde Produkten eingesetzten Palmöl, denn auch wir beschäftigen uns sehr intensiv mit diesem Thema, da wir uns unserer Verantwortung stets bewusst sind.

Wir setzen bei alverde auch reines Palmöl ein, welches in der INCI-Angabe als Elaeis Guienenis Oil gekennzeichnet ist. Dieses stammt zum überwiegenden Teil aus kontrolliert-biologischem Anbau.

Etliche unserer Palmöllieferanten arbeiten schon seit Jahrzehnten als Bio-Betriebe und die Flächen wurden schon vor dem Anbau von Palmöl landwirtschaftlich betrieben. Der von uns eingesetzte Rohstoff ist also nicht mit der Problematik der Primärwaldrodung in Verbindung zu setzten, wie sie in den Medien aktuell thematisiert wird und wir finden es wichtig, dass diese Thematik deshalb auch differenziert betrachtet wird.

Es stimmt, dass es noch viel zu wenig Zertifizierungen für Palmöl gibt und auch noch immer Raubbau an der Natur betrieben wird. Was nicht stimmt, dass wir dies unterstützen, denn indem wir weiter den fairen und biologischen Anbau von Palmöl fördern, können wir etwas ändern.

Erste globale Schritte in die richtige Richtung sind beispielsweise der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl. Dieses zertifizierte Palmöl aus umweltverträglichem Anbau ist seit November 2008 auf dem Markt, insgesamt mehr als eine Million Tonnen. Zertifiziert wurde es vom so genannten Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser Zusammenschluss von Palmölproduzenten, Umweltorganisationen und Palmölindustrie hat Umwelt- und Sozialstandards erarbeitet, die für nachhaltiges Palmöl mindestens erreicht werden müssen und die kontinuierlich verschärft werden sollen. Der WWF ist Gründungsmitglied des RSPO, der inzwischen über 400 Mitglieder hat. Denn es geht nicht darum, den Einsatz von Palmöl grundsätzlich zu verurteilen, da viele Länder auf die Produktion angewiesen sind. Die Herstellung muss jedoch nachhaltig erfolgen und die Händler in Europa haben die Macht und die Verantwortung dies zu beeinflussen und so die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen.

Weitere Informationen zu unseren Produkten und Services erhalten Sie in Ihrem dm-Markt und auf www.dm-drogeriemarkt.de.

Telefonisch erreichen Sie uns montags bis samstags von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 3658633.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr dm-ServiceCenter

Fettgedrucktes wurde von mir hervorgehoben. Danke für die superschnelle Reaktion!

Zu diesem Thema wird auch auf der Facebook-Seite von Alverde immer wieder heftig diskutiert. Ich weiss, dass viele von euch eine Registrierung bei Facebook scheuen, weshalb ich einige der Beiträge aus dem Diskussionsbereich gerne für euch zitieren möchte. Die Beitragverfasser sind, bis auf Alverde selbst, anonymisiert. – Hier wird auch der Zertifizierer RSPO angesprochen.

Dieser Artikel dient zur reinen Information.

Bildquelle Public Domain
Waschbär Ben

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17 Kommentare

  1. Das Zertifizierungssystem der RSPO „Greenpalm“ verkauft aber doch auch nur Zertifikate. Das läuft ähnlich wie beim Strom, das was du kaufst ist irgendetwas, du bestimmst damit nur die Zusammensetzung der Produktpalette (wobei ich mich immer frage was passiert, wenns nicht reicht; das kennen wir ja schon von den Bio-Eiern, da werden auch mehr verkauft als produziert).

    Ich habe übrigens ziemlich die gleiche Mail auf meine Anfrage erhalten. Auf meine Rückantwort bezüglich meiner Bedenken der RSPO gegenüber, die immer wieder mit Skandalen um illegale Brandrohdung bis hin zu Vertreibung und Ermordung von Kleinbauern zu tun hat, habe ich dann aber keine Antwort mehr erhalten.
    Klar, irgendwie muss Alverde sich seine Preise auch leisten können, aber grade in diesem Punkt ist es weder mit der Kritikfähigkeit noch mit der Nachhaltigkeit besonders weit her.

  2. Trollkirsche

    danke für den Artikel. Alverde steht was Palmöl angeht ja wirklich beispielhaft für die gesamte Naturkosmetik. Fast überall wird es eingesetzt. Allerdings wäre es doch nicht so schwer, ein Siegel einzuführen. Diese wäre dann wohl mit Gewinnverlust verbunden und das ist der Punkt der mich ärgert, es geht nicht nur darum dass es überhaupt eingesetzt wird, es wird zusätzlich auch noch verschleiert, in der Hoffnung, dass die Verbraucher nicht eine ewig lange Liste mit Bezeichnungen immer beim Einkauf dabei haben.

    LG

  3. Lisa

    Die Diskussion da oben finde ich sehr gut, übrigens – ich denke es gibt wirklich selten Leute, die so fundiert schreiben und dann auch eine gewisse Basis haben. Danke an dich Erbse, dafür, dass du uns sowas wissen lässt: ich gucke bei alverde schon lange nicht mehr auf die Pinnwand, weil da einfach nur noch Krieg herrscht, zwischen den „Oh Naturkosmetik ist ja toll“-Leuten und denen, die so langsam dahintersteigen, dass Konsum nie im Einklang mit der Natur stehen wird (oder zumindest nicht so, wie wir uns „Konsum“ vorstellen).

    Die Palmölproblematik wird mir leider auch erst jetzt, wo ich Palmöl erkennen kann, richtig bewusst und mir stellt sich jetzt die Frage: verdammt – wo krieg ich meine Cremes her? Ach, es ist doch alles zum Mäuse melken…

  4. Trollkirsche

    @Lisa: Was dekorative Kosmetik angeht, ist es wirklich sehr schwer…bei Körperpflegeprodukten lebe ich mittlerweile nach dem Motto: weniger ist mehr. Pflanzenöle eigenen sich z.B. ganz wunderbar zur Pflege der Haut. Oder man lernt, bestimmte Produkte selbst herzustellen. Eine simple Fettcreme ist gar nicht so schwer. Im Moment stelle ich noch recht wenig selbst her, aber für diejenigen, die die Zeit dazu finden, ist es wirklich das beste, was man sich und der Umwelt „antun“ kann.

    LG

  5. blabli

    Hallo Erbse,
    wollte nur mal ganz generell ein großes Lob und Dankeschön für dein Engagement, das du hier betreibtst, aussprechen! Ich schätze mal, dass hinter der ganzen Recherche, dem Verfassen der Posts etc ziemlich viel Arbeit steckt.

    :)

  6. Schmetterling

    Vielen Dank,
    ich werde ab heute genau auf die Inhaltsstoffe schauen und auf Palmöl verzichten. Wenn viele Leute das auch bei Lebensmitteln beachten und auch generell bewusst einkaufen, nichts aus China usw., kann ganz viel von der Basis aus verändet werden.

  7. freedomveg

    Es gibt einen Universalreiniger, ein flüssiges Vollwaschmittel und Spülmittel. Alle Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs, AUF DIE VERWENDUNG VON PALMÖLEN WURDE VERZICHTET!!! Zusätzlich sind sie vegan, tierversuchsfrei und enthalten keine tierischen Inhaltsstoffe. Die Verpackungen bestehen aus wiederverwertbarem Polyethylen. :)))
    http://www.utopia.de/magazin/gegen-schmutzige-waesche-ist-ein-kraut-gewachsen-seifenwurz-seifenkraut-waschen-oekologisch?all

  8. Steffi

    Ich kann nur jedem davon abraten Produkte welche Palmöl enthalten zu kaufen. Am Beispiel von Lush Kosmetik sieht man, dass es auch palmölfrei geht. Nachhaltigen Anbau von Palmöl gibt es nicht, auch wenn euch die RSPO weiß machen will!!!!!!!

  9. Fini

    „überwiegend kontrolliert biologischer Anbau“ jaja, sagt jeder.
    Ehrlich gesagt, habe ich das Vertrauen in Alverde ein bisschen verloren. Und dass sie erstmal nicht damit rausruecken wollen, wie hoch die Prozentzahl ist, lässt einen auch nachdenken…?

    Lg fini

  10. Pingback: Kosmetik ohne Palmöl finden | Blanc et Noir – Vegan Beauty Blog

  11. save the world

    vielen dank für alle tips, vielen dank und großen respekt an all die menschen wo sich über solche themen einen kopf machen, und welt+tier bewusst einkaufen!
    p.s. Alverde kommt mir nach diesem bericht nichtmehr
    in die (pap)tüte! ;)

  12. Pingback: Alverde Zell Aktiv Tagespflege Blauer Hibiskus | Tina30Plus bloggt

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