erbse und amaru katze sebum only no wash fellpflege vegan
Kommentare 21

“Fellpflege. Au Revoir.” (No Wash, Sebum Only +Video +FAQ)

Es ist soweit. Ich habe aufgegeben. Nach beinahe zwei Wochen ohne Haarwäsche habe ich die Bürste niedergelegt und mir mein Haarwaschmittelchen zusammen gerührt. Ich hätte es bestimmt noch ein paar Tage oder eine Woche länger ausgehalten, aber am Tag der Haarwäsche hatte ich abends eine Verabredung mit Freunden und ich hätte mich einfach viel zu unwohl gefühlt. Die Erfahrung war dennoch sehr interessant für mich und ich bin mir sicher, dass ich kommenden Winter wieder zwei Wochen nur mechanisch reinige.
Ein Vorher/Nachher-Video habe ich zum Abschluss ebenfalls noch für euch gedreht:

Fellpflege. Au Revoir. (No Wash, Sebum Only)

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Datenschutzhinweis: Ich benutze WP YouTube Lyte um YouTube Videos einzubetten. Die Thumbnails werden lokal gecached. Sie werden nicht von YouTube getrackt, es werden keine Cookies gesetzt. Erst wenn du auf den Play-Button klickst, kann und wird YouTube Informationen über dich sammeln.

 

Ich habe die letzten NW/SO-Tage gemerkt, wie sich die Sebumproduktion auf dem Kopf veränderte. Es wurde definitiv weniger und es war nicht mehr so wachsig wie zu Beginn. Das flüssigere Sebum ließ sich einfacher verteilen. Meine Haare sogen es regelrecht auf und besonders die Längen schienen sehr kräftig und irgendwie genährt. Wie bei einer sehr guten Haarkur. NW/SO ist definitiv nichts für pflegefaule Menschen. Da ist es zeitsparender und weniger aufwendig sich einfach nur regelmäßig die Haare zu waschen.

Direkt nach der ersten Haarwäsche war ich überrascht von meinen griffigen, aber trotzdem sehr weichen Haaren. Das Gefühl von frisch gewaschenen Haaren ist unbezahlbar und für mich auch der Hauptgrund, weshalb No Wash/Sebum Only nichts auf Dauer für mich ist. Oder noch nicht ist?
Ein Fakt der für mich hoffentlich auch auf lange Sicht so bleibt: Wo ich vorher meine Haare alle ein bis zwei Tage waschen musste, wasche ich nun nur noch alle vier bis fünf Tage! Sie sehen noch nach drei Tagen wie frisch gewaschen aus. Ein Zustand der komplett neu für mich ist. Ich hatte in der Vergangenheit schon des Öfteren versucht meinen Haarwaschrythmus zu verlängern, indem ich den Abstand zwischen den Haarwäschen langsam vergrößerte. Diese radikalere Variante jedoch, hat mir den gewünschten Effekt gebracht.

Nachfolgend möchte ich auf ein paar Fragen von euch eingehen. In den Videos habe ich ebenfalls einige beantwortet.

Was ist Sebum überhaupt und aus was besteht es?

Sebum (oder auch Hauttalg) ist ein Gemisch aus abgestorbenen und aufgeplatzten Hautzellen. Es wird in den Hauttalgdrüsen, welche sich an den Haarwurzeln befinden, erzeugt. Wie viel und in welcher Konzentration ein Mensch Sebum produziert, ist von verschiedenen Faktoren, wie Alter, Geschlecht, Hormone, Ernährung sowie Veranlagung aber auch von Umwelteinflüssen abhängig. Das Sebum bewahrt die Haut vor der Austrocknung. Jeder Mensch produziert ungefähr ein bis zwei Gramm am Tag.
Die Zusammensetzung von Sebum: Triglyceride ca. 43 %, freie Fettsäuren ca. 15 %, Wachse ca. 23 %, Squalene ca. 15 %, Cholesterin ca. 4 %, außerdem Proteine.

Auf was muss ich besonders achten, wenn ich auf NW/SO umstellen möchte?

Eine gute Haarbürste (Staubkamm, Sisalborstenbürste z.B. von Kostkamm oder Culum Natura), die dabei hilft das Sebum im Haar zu verteilen, ist auf jeden Fall von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Mit den Händen oder einem Stück Stoff lässt es sich ebenfalls gut bis in die Spitzen verteilen. Ein Tipp einer Leserin war es, eine Socke über eine Bürste zu stülpen und damit über das Haar zu gehen.
Ansonsten sind möglichst unbehandelte Haare ein Muss, weswegen ich vor meinem Experiment eine Natronwäsche machte um zumindest wirklich sauberes Haar zu haben. Dinge die auf das Sebum auf jeden Fall eine Wirkung haben, sind Giftstoffe wie Alkohol, Nikotin, zu viel Kaffee und Ähnliches. Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und auf genug Wasserzufuhr sollte man also definitiv achten, sofern man vor hat für längere Zeit auf NW/SO umzustellen.

Hattest du Probleme mit stinkenden Haaren?

Nein. Zumindest in diesen zwei Wochen nicht. Alles was sich direkt auf der Kopfhaut an Schmutz oder Ähnlichem absetzte, habe ich mit meinen Fingern und einer Bürste entfernt. Ab und zu habe ich ein bis zwei Spritzer Rosenwasser in die Haare gegeben. Was ich am Liebsten mochte, war das „Bad“ im Rauch eines gut duftenden Räucherstäbchens. Darin habe ich meine Haare gut aufgeschüttelt und sie nahmen den Geruch für einige Zeit an. Ansonsten haben meine Haare aber einfach nach mir gerochen. Kein Gestank oder Ähnliches.

Kann ich trotzdem ganz normal schwimmen gehen?

Können sicherlich. Ich habe da keine eigenen Erfahrungswerte, aber ich las von verschiedenen NW/SO-Frauen, dass sie entweder ganz normal schwimmen gehen, eine Badekappe aufziehen oder ihre Haare zuvor mit einem Öl schützen. Viele scheinen das Schwimmen in Seen und anderen Gewässern den Schwimmbädern (wegen Chlor etc.) vorzuziehen.

Kann ich zusätzlich noch Öle für die Haare nutzen?

Ja, an sich schon. Allerdings würde ich die Öle nur in die Spitzen geben, denn das Resthaar wird im Normalfall ausreichend mit Sebum versorgt. Einige nutzen gerne Sheabutter zusätzlich für die Haarspitzen. Was ich mir auch gut vorstellen kann, ist Aloe Vera Gel oder Avocadoöl in den Haaren.

Habt ihr es auch ausprobiert? Was sagt ihr?

Weiterführende Links:

Waschbär Ben

Kaffeekasse

Stöberst du gerne auf kosmetik-vegan.de? Ich freue mich über ein kleines Trinkgeld. Danke für deine Unterstützung!

♥ Ko-fi / Paypal ♥ Patreon

21 Kommentare

  1. wow, zwei wochen! ich versuche im moment meine haarwäsche herauszuzögern und schaffe es gerade einmal auf etwa vier tage, denn der juckreiz BRINGT MICH UM!!! da hilft kein bürsten und nix. dann muss ich mir die haare doch waschen, weil ich mir sonst die kopfhaut wund scheuere. ich bin aber zuversichtlich, dieses intervall noch verlängern zu können.
    die pflegende wirkung von sebum kann ich nur bestätigen. seit ich es zulasse, dass meine haare ab und zu halt mal echt fettig sind (so etwa nach zwei tagen) sehen sie viel schöner aus.
    ab und zu wasche ich mir die haare auch einfach nur mit wasser aus, so beim duschen. ich habe das gefühl, dass sich durch die wärme und die bewegung des wassers das sebum besser verteilt als mit der bürste. ausgewaschen wird es nicht, es ist ja nicht wasserlöslich. außerdem juckt meine kopfhaut dann weniger.

  2. Julia

    So ich bin jetzt bei Tag 12. Alles ist supi. NW/SO ist definitiv nichts für pflegefaule! Ich musste bis gestern meine haare 3x täglich meine Haare mit sheabutter einbalsamieren. Ich habe wohl chronisch zu wenig sebum :( aber mein Ansatz sieht dafür richtig schön aus, gar nicht vir fett triefend. Bin mal gespannt, wie sie in einem Monat aussehen ;)

    Herzlich,
    Julia :)

  3. kvetina

    Gratuliere, dass du so lange durchgehalten hast! Finde toll, dass du es gemacht hast.
    ich habe auch richtig Lust bekommen auf NW/SO und hab mir mal die vegane Bürste bei Culum Natura besorgt!
    Jetzt bürste ich auch ca. 2-3x am Tag intensiv (seit Montag und seither habe ich die Haare nicht gewaschen) und ich merke schon einen Unterschied!
    Bin so gespannt wie es sich anfühlt, das länger zu machen – ich wollte noch Haare färben und es dann probieren.
    Auf jeden Fall interessant, dass es so einen guten Pflegeeffekt hat – wenn man sie dann wieder wäscht!

  4. Anne

    Ich hab das Experiment sehr interessiert verfolgt und danke Dir fürs Teilen deiner ERfahrungen. Für mich ist das (im Moment) nichts, einfach so vom Gefühl her, aber das heißt ja nicht, dass man sich nicht informieren kann. In den Videos kommst du für mich unglaublich sympathisch rüber, das mit der Katze am Ende war auch ganz putzig, würd mich freuen, öfter mal was zu sehen! Grüße

  5. Hallo Erbse,
    ich fand dein Projekt total interessant. Besonders interessant finde ich, dass ich mich gerade genau an dem Gegenteil versuche und damit auch total zufrieden bin. Damit meine ich nicht, dass ich meine Haare totwasche, sondern sie da in Ruhe lasse, wo du sehr viel Aufwand betrieben hast, aber dafür das mache, was man bei dieser Methode nicht macht: waschen. Ich versuche mechanische Belastungen möglichst zu vermeiden, damit einerseits meine Haare nicht geschädigt werden und sie andererseits nicht so schnell fettig werden bzw. das Sebum, das nun mal da ist, nicht so verteilt wird. Die Bürste habe ich durch einen grob zinkigen Kamm ersetzt und viel an meinen Haaren oder der Kopfhaut zupfe ich nicht herum. Morgens werden sie gekämmt und kommen danach in einen Dutt oder eine Flechtfrisur, abends werden sie dann wieder gekämmt, die Längen und Spitzen leicht eingeölt und kommen dann in die Nachtfrisur, wobei ich hier noch nach der perfekten suche. Damit ich verschiedene Frisuren machen kann und nicht immer meine Fettige-Haare-verstecken-Frisur machen muss, wasche ich alle drei bis vier Tage mit Alepposeife, obwohl ich theoretisch auch seltener waschen könnte.
    Ich finde es richtig super, dass du uns an deinem Projekt teilhaben lässt. Und ich finde Sebum alles Andere als eklig. Ich mag ehrlich gesagt der Geruch und finde, dass sich fettige oder auch ölige Längen und Spitzen gut anfühlen – so gesättigt. Sieht nur leider weniger gut aus :( Vielleicht versuche ich das Sebum als Kur vor dem Waschen auch mal zu verteilen? Durch dein Projekt ist mir erst so richtig bewusst geworden, dass Sebum das optimale „Haarpflegemittel“ sein sollte.
    Bin gespannt wie es jetzt auf deinem Kopf weitergeht!

  6. Mercury

    Ich fand dein Experiment sehr spannend und möchte mich bedanken, dass du es so ausführlich mit uns geteilt hast. Ich habe auch oft versucht, irgendwie das Waschen zu verlängern, aber eher aus Faulheit am Waschen und aus Faulheit am vielen Tönen. Und aus Prinzip.
    Von deinen alternativen Haarwaschmethoden habe ich auch schon einige ausprobiert. Als mein Stammshampoo aus dem Sortiment ging, musste ich wechseln und das neue zerfraß meine Kopfhaut. Waschnüsse und Heilerde haben mir dann gut geholfen und nun ist alles wieder in Ordnung.

    Ich liebe deinen Blog! Du machst so tolle alternative Experimente.

  7. Ökohexe

    Habe auch mitgemacht und meine Haare 2 Wochen nur mit Bürste gepflegt und gelegentlich nur mit Wasser gewaschen. Hoffe sehr, dass sich die Abstände meiner Haarwäschen dadurch in Zukunft ausdehnen werden!

  8. Das Ergebnis sieht echt super aus!
    Meine letzt Wäsche war „erst“ am Mittwoch – bin aber noch ganz zufrieden (normalerweise hätte ich mir die Haare ja gestern oder heute sowieso gewaschen), durch das Bürsten und Massieren hat sich aber schon einiges verteilt und die Haare fühlen sich sehr schön an, viel besser als mit Öl!

  9. May

    Hallo:)

    Das hat mir sehr geholfen, meine Haare zu verstehen :) Momentan schaffe ich 2 Tage ohne Wäsche. Mit diesen Tipps versuche ich dann jetzt auf 3 Tage zu kommen. Ist schon etwas anstrengend, aber meine Haare fühlen sich super weich an (*o*)

  10. Eiswürfel

    Ich bin immer noch schwer beeindruckt von deinem Experiment!
    Ich finde es klasse, dass du es einfach mal so lange probiert hast und das Ergebnis scheint sich ja zu lohnen.
    Das hat mir jetzt nochmal Mut gemacht meinen Waschrhythmus zu verlängern. Meist mache ich meine Haare zwar jeden Tag nass, da sie sonst nach einer Nacht nicht mehr zu bändigen sind, aber ich versuche gerade einige Tage nur mit Tee und Rinsen zu spülen.
    Vielleicht probiere ich mich im nächsten krank auch mal an einer Woche ohne oder so, denn so eine natürliche Haarkur kann man sonst wohl mit nichts ersetzen.
    Viele liebe Grüße!

  11. Lup

    Ich mache seit Dezember zwar nicht direkt NW, da ich alle 3 Monate mit Natron oder Olivenseife wasche, aber es kommt doch recht nah hin. Da ich nicht mehr wirklich kämme (zu faul und das Ergebnis dabei zu minimal) spühle ich meine Haare alle 2 Wochen mit lauwarmem und dann kaltem Wasser und entferne dann mit den Fingernägeln die ganze abgestrobene Kopfhaut. Das geht VIEL leichter als im trockenen Zustand.
    Statt zu kämmen, schlafe ich (falls ich mal Sebum loswerden will) mit offenen Haaren auf Flanellbettwäsche. Das ist viel effektiver und spart Zeit. Nach drei Tagen sind sie dann praktisch frei von Sebum. Besonders stark ist der Effekt, wenn man vorher ein anderes Öl, z.B. gleichteilige Mischung Rizinusöl/Olivenöl ins Haar gibt. Öl löst bekanntlich Öl.
    Inzwischen habe ich mich so sehr an fettiges Haar und seine Vorteile beim Flechten gewöhnt, dass ich sogar alle drei Tage extra Öl dazugebe. Offen kann man die Haare dann zwar nicht tragen, aber z.B. ein French Tuck hält 24 Stunden und muss am nächsten Morgen nur gelöst werden, weil er etwas unordentlicher aussieht. ;)
    Vielleicht höre ich, wenn meine Haare länger sind und ich sie auch mal wieder offen tragen will, auf, sie zusätzlich zu ölen und kämme auch wieder mehr. Momentan sind meine Haare erst schulterlang und fehlende Längen, um das Sebum darin zu verteilen, sind ein echtes Problem.
    Wenn man kurze Haare hat, kann man so lange kämmen, bis einem die Arme abfallen und es ändert sich nichts an der „Sebum-Situation“. Allerdings sind meine Haare glatt, also ist es bei Locken vielleicht noch mal anders.
    Ich bin gespannt, wie sich meine jetzt nachwachsenden Haare von denen unterscheiden, derer ich mich vor 5 Jahren entledigt habe. Damals habe ich noch normal gewaschen hatte trotz Klassischer Länge nie Probleme mit den Spitzen… Allerdings weiß ich gar nicht, ob ich diese Länge überhaupt noch mal erreiche, da sich bei mir zwei fieese Stoffwechselkrankheiten eingeschlichen haben…

    Mach weiter so mit deinem Blog! Ich schau gern ab und zu mal vorbei :)

  12. Eine gute Haarpflege ist etwas, wofür man sich immer Zeit nehmen sollte. Ich selbst habe sehr lange Haare und widme sehr viel Zeit der Pflege, denn besonders bei langen Haaren sehe ich die Problematik, dass falsche Produkte schnell zu bleibendem Schaden (trockenes Haar) führen können.
    Danke für diesen schönen Artikel!

  13. Nico

    Hallo Erbse und co! Danke für die vielen Tipps auf diesem Blick. Ich bin darauf gestoßen, weil ich in Erwägung ziehe, auf No-Poo umzusteigen. Meine Haare sind zur Zeit echt abhängig von Shampoo, ich habe das Gefühl sie sehen schrecklich aus, wenn ich sie nur einen Tag nicht wasche. Davon will ich weg, möglichst für immer, es sei denn mein Test geht völlig in die Hose. Es wäre aber auch schon ein großer Erfolg, wenn ich irgendwann nur noch alle paar Tage die Haare waschen muss. Ob mit Ersatzprodukten oder nur mit Wasser, oder gar Sebum Only kommt auf eure Tipps und meine weiteren Recherche-Ergebnisse an. Ich habe ein paar Fragen gesammelt und hoffe, Ihr habt die ein oder andere Antwort :-)

    1) Inwiefern empfiehlt es sich graduell bzw. von einem Moment auf den anderen umzusteigen? In einem Artikel habe ich gelesen, man solle langsam die Häufigkeit der Wäsche mit Shampoo verringern und dabei jedes Mal dem Shampoo mehr Wasser beimischen, um es weniger aggressiv zu machen. Ich fände z.B. Natron-Auswaschen, Zitronen-Rinse, und danach hin und wieder Natron-Wäsche und Tee-Rinse denkbar. Wäre vermutlich gerade deshalb sinnvoll, weil ich in gut zwei Wochen zu verschiedenen Festlichkeiten eingeladen bin. Später möchte ich aber nicht anfangen, weil es hier (in Taiwan) dann zu warm wird und die Uni wieder anfängt.
    Viele andere Selbstexperimente berichten von einem plötzlichen Umstieg. Wie ich dich verstehe, Erbse, hast Du ja auch erst den Umstieg auf natürliche Ersatzprodukte gemacht, und hast dann das NW/SO Experiment gewagt.
    2) Wirken Natron, Seifenkraut und die sonst erwähnten Ersatzprodukte ähnlich schädigend für die Wiederherstellung der natürlichen Öl-Balance der Haare wie handelsübliches Shampoo, oder sind sie weit weniger aggressiv?
    3) Wie weit empfiehlt es sich, nur mit Wasser zu waschen, wenn man die Öl-Balance wiederherstellen möchte? Warmes oder kaltes Wasser? Ich habe Empfehlungen in beide Richtungen gelesen.
    4) Oder würdest Du aus deiner Experiment-Erfahrung empfehlen, gleich NW/SO zu probieren? In vielerlei Hinsicht klingt die Extremvariante echt reizvoll.

    5) Ist grüner Tee als Rinse für blondes Haar geeignet? Wie sieht es mit den anderen von dir angegebenen Sorten (also abgesehen von Schwarz- und Rottee für entsprechende Haarfarben) aus
    6) Falls sie für blondes Haar geeignet sind, sind alle handelsüblichen Sorten geeignet oder nur bestimmte? Ansonsten beginne ich mit (und bleibe dann bei) Kamille. Wobei Brennessel und Pfefferminze schon gut klingen, falls Schuppen auftauchen sollten*.
    7) Sind Rinsen auch für NW/SO geeignet, oder nur als Begleiter der Shampoo-Alternativen?

    8) Braucht man bei der Eingewöhnungsphase bestimmte Pflegeprodukte, damit die Kopfhaut nicht austrocknet (abgesehen von Bürste und co)? Ich habe zum Beispiel von Spülungen oder bestimmten (aber leider nicht genauer angegebenen), die Haare schonenden Ölen gelesen. Da ich mich mit Kopfpflege bisher wirklich kein Stück auskenne und hier in Taiwan nicht auf bestimmte deutsche Marken zurück greifen kann, ist meine Frage, ob Ihr vielleicht Produkte kennt, die man quasi überall auf der Welt finden könnte, oder die allgemeine Bezeichnung, nach der ich in Kosmetik-Läden oder Apotheken (nach Übersetzung) fragen könnte?

    8) Da es hier sowieso recht warm ist, ziehe ich in Erwägung, mir die Haare auf um die zwölf Millimeter runter zu schneiden/rasieren. Das wäre für die Eingewöhnungsphase vermutlich weit weniger unansehnlich und fettig und das Sebum wäre schneller in den Spitzen. Andererseits geistern mir die von Celilander angesprochenen *Schuppen im Kopf herum, die zu Beginn seiner Glatzen-Zeit aufgetaucht sind. Ist ein Kurzhaar-Schnitt empfehlenswert oder gibt es irgendeinen Grund dafür, die Haare lieber halblang zu lassen? Warm halten könnte ich den Kopf mit einem Hut, der sowieso zu meinem Style gehört, oder mir eine stylische Mütze zulegen. Wird für die Anfangszeit vermutlich sowieso sinnvoll sein.

    Wie Ihr seht, tendiere ich leicht zu SO, aber dennoch interessiert mich euer Rat zu den Varianten. Vielen Dank für die zahlreichen interessanten Artikel und ich bin gespannt auf die Antworten :-) Grüße aus Taiwan, Nico

  14. Steph

    Hallo :)

    an mir selber habe ich noch kaum Erfahrungen mit „Sebum only“.
    Bei meiner Tochter (8) mache ich das seit sie auf der Welt ist. Anfangs sah ich keinen Grund für Chemie auf ihrem Körper. Irgendwann fragte ich mich, wann man bei einem Kind nun eigentlich Haare waschen sollte und warum überhaupt. Ich entschied mich dann bewusst, es einfach zu lassen. Damals nutzten wir nicht mal eine weiche Bürste für ihr Haar.
    Vor ca. 4 Wochen fragte ich mich plötzlich, wie das kommt, dass ihre Haare nie fettig werden und wollte wissen, ob das bei Erwachsenen auch geht. Logisch schien es mir schon. Kein Tier läuft fetttriefend durch die Welt, wenn man es nicht wäscht. Dafür lecken sie sich oft ihr Fell.
    Ich begann mich zu belesen und stieß sowohl auf „Sebum only“, als auch auf alle möglichen alternativen Waschmethoden, auf die ich von da an radigal umstieg. Drei Wochen lang wusch ich mir nun meine Haare nur Freitags, nur mit Roggenmehl (allerdings möchte ich noch andere Varianten probieren) und ich klatschte vor dem Waschtag kräftig Öl ins Haar. Auch nach dem waschen machte ich täglich etwas Öl in die Haare, wodurch die schon sehr zeitig vor Fett trieften. Somit lief ich fast nur noch mit Flechtzöpfen herum die letzten Tage.
    Die letzte Woche hatte ich den Eindruck,ich kam schon länger mit weniger fettigen Haaren hin (normal war bei mir seit eh und je 3 Tage). Am Freitag öffnete ich meinen Zopf mal in der Arbeit und erkundigte mich bei den Kollegen über den Fettzustand auf meinem Kopf. Trotz Öl in den Längen (welches die Woche immer nach einem halben Tag eingezogen war), empfanden die Kollegen nur den Ansatz als leicht fettig :)
    Sofort klatschte ich mir wieder Kokosöl in die Haare und triefe nun wieder (war doch etwas viel geworden). Ich habe mich entschieden, standhaft zu bleiben. Heute ist Sonntag und ich wasche noch nicht! Mein Freund findet meine Haare toll und nicht schlimm fettig :) Außerdem sind sie seidig weich! Ich könnte sie den ganzen Tag streicheln ..

    Bei meiner Tochter startete ich zeitgleich mit mir mit einer Ölkur, welches wir mit Roggenmehl auswuschen. Die Haare waren nach der Wäsche noch fettig. Mein Kind entschied, das so zu lassen bis Montag. Montag wollten wir waschen (Samstag hatten wir zuletzt), da waren die Haare aber nicht mehr fettig :) Dafür glänzten sie schöner als vor der Kur. Ab da bürstete ich ihre Haare täglich mit meiner Wildschweinbürste und machte ihr auch öfter Öl ins Haar. Manchmal so, dass die Haare strähnig wurden. Je nach Menge war das Öl nach ein bis drei Tagen eingezogen! Die Haare brauche ich ihr nach wie vor nicht waschen, eine Ölkur wird auch nicht mehr so bald nötig sein. Ihre Haare sind seit der ersten Ölkur (vor drei Wochen) kräftiger geworden, glänzen golden und sind so seidig weich, wie meine aktuell fettigen Haare!
    Ich bin fasziniert! Ich liebe es und habe große Hoffnungen, dass meine Haare irgendwann auch so sein werden.

  15. Pingback: Haare | Pflege, Tipps, Chemisches… (+meine Haarroutine) ♥ | teepüppchen

  16. Das ist ja mal gewagt!
    Eine Kollegin von mir benutzt auch nur noch vegane Pflegeartikel, hatte anfangs jedoch etwas Mühe mit struppigem Haar, fand nach einigen Wochen jedoch Möglichkeiten um dennoch einen gepflegten Look hinzubekommen.

    Toller Beitrag!
    Ich brauche noch etwas um den Schritt ins vegane Leben zu wagen.. aber bin als Vegi auf gutem Weg!

Schreibe eine Antwort