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Beauty Business and Animals – Waschbärenreport #2

raccoon reporter kleinDie erste Ausgabe vom 21. Juli 2013 „Beauty Business and Animals – Waschbärenreport #1“ ist nun schon eine kleine Weile her. Über die Zeit hat sich wieder einiges in der Branche getan, sodass ich heute endlich den zweiten Waschbärenreport mit euch teilen kann. Er ist diesmal umfangreicher, als ich ihn eigentlich geplant hatte. Das bedeutet wohl, ich sollte doch öfter veröffentlichen.
Falls ihr hin und wieder selbst auf Neuigkeiten stoßt, die zum Waschbärenreport passen, freue ich mich sehr über Emails diesbezüglich von euch.
Viel Spass mit der neuen Ausgabe!

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China will Richtlinien für Tierversuche modernisieren

Humane Society International (HSI) übt mit ihrer großen Kampagne Be Cruelty Free China immer wieder Druck auf die chinesische Regierung aus und scheint damit erfolgreich. Seit 1990 sind die „Vorschriften der Hygiene-Überwachung von Kosmetika“ unverändert. Diese Vorschriften besagen, dass jede neue Produkt-Formulierung für den chinesischen Markt vorher in einem staatlichen Labor an Tieren getestet werden muss. Auch nachträglich können solche Versuche statt finden. (siehe auch den Artikel: China: Tierversuche für Kosmetik)
Troy Seidle, der HSI Direktor für Forschung und Toxikologie berichtet: „The revision of China’s cosmetics framework regulation is a pivotal moment in our Be Cruelty-Free China campaign and we are delighted to be contributing our scientific expertise. The science of non-animal safety testing has come a long way in the 23 years since China’s regulation was enacted, inspiring a global shift away from cosmetics animal testing and towards sophisticated computer and human tissue techniques. This is the right time to embrace these new approaches. We hope that China will align its cosmetics policy with Europe and other regions where cosmetics animal testing has already been abandoned, so that Chinese consumers can benefit from the cruelty-free cosmetics they clearly want and Chinese companies are free to sell their new cosmetics lines in the cruelty-free EU market.“
Ich werde die kommenden Wochen sicher noch genauer auf diese Thematik eingehen, möchte aber erstmal ein wenig recherchieren und beteiligte Organisationen anschreiben.
Schauen wir mal gespannt auf das was da kommt!

Das ABC der besten grünen Filme

Das Team von Utopia veröffentlichte im Oktober eine sehr umfangreiche Liste mit Filmen die in die Kategorie grün/nachhaltig fallen. Darunter befinden sich viele tolle Filmtipps, die bestimmt auch für euch interessant sind. In der Sparte Konsum und Produktion findet zum Beispiel der Online-Film „The Story of Stuff“ Platz, der umsonst online angesehen werden kann. „The Story of Cosmetics“ war bei uns ebenfalls schon Thema. Unbedingt ansehen werde ich mir noch „China Blue“, eine Doku über das Leben und Arbeiten der Arbeiterinnen in einer chinesischen Jeansfabrik.

Juice Beauty verlässt den chinesischen Markt

Und erhält wie einige andere Firmen zuvor, dafür den Courage in Commerce Award von der Tierschutzorganisation PETA. In China sind Tierversuche für Kosmetikprodukte leider immer noch per Gesetz vorgeschrieben. Ich stellte damals eine kleine FAQ diesbezüglich zusammen: China: Tierversuche für Kosmetik.
Deshalb entschieden sich zum Beispiel auch Firmen wie Paul Mitchell, Dermalogica, Pangea Organics und Nature’s Gate den chinesischen Markt zu verlassen.

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Kartellamt verhängt Bußgeld für Hauschka (WALA)

Bereits im Jahr 2009 begannen die Ermittlungen gegen das Naturkosmetik-Unternehmen Dr. Hauschka durch das Kartellamt, da Hauschka mittels Depotverträge seine Einzelhandelspartner unter anderem zur Übernahme der Preisempfehlungen für Dr. Hauschka-Kosmetik verpflichtete. Nach Ansicht der Behörde, habe Hauschka die Händler unter Druck gesetzt. In Deutschland sind Preisbindungen verboten und es dürfen ausschließlich unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) ausgesprochen werden. Deswegen muss Hauschka nun ein Bußgeld in Höhe von 6,5 Mio. Euro zahlen.

Börlind gibt Marke Tautropfen nach China ab

Zur Börlind GmbH gehören Annemarie Börlind Natural Beauty sowie Dado Sens Dermacosmetics. Bis vor Kurzem auch noch die Naturkosmetikmarke Tautropfen. Doch diese gab Börlind nun an die Bijia Natural Cosmetics GmbH ab, um mit der Marke größere Chancen auf dem internationalen und vor Allem asiatischen Markt zu haben. Börlind bleibt allerdings Lizenzpartner für Tautropfen und so finden Entwicklung und Produktion weiterhin am Firmenstandort Calw statt. Bijia ist ein chinesisches Unternehmen, zu dessen Markenportfolio zum Beispiel die chinesische naturnahe Marke Herborist gehört, welche auch in Deutschland erhältlich ist.
Tautropfen ist nun die zweite deutsche Naturkosmetikmarke, die nach China abgegeben wird. In diesem Jahr verkaufte Logocos nämlich auch die Marke Aqua Bio nach China.

Alverde in der Kritik: Rassismus

Mehrfach diskutiert wurde eine der letzten limitierten Editionen der Naturkosmetikmarke Alverde. Die LE „African Soul“ thematisiert, wie der Name deutlich macht, Produkte und Farben die zum Kontinent Afrika passen (sollen). Die Mädchenmannschaft kritisiert zum Beispiel das Display der LE, welches ein weißes Model mit Afro-Perücke zeigt. Mehr dazu, Kosmetikprodukte für PoC und eine Stellungnahme von Alverde findet ihr im Artikel der Mädchenmannschaft „Cultural-Appropriation-Fall Nr. 89532791 (diesmal: Alverde)„. Ich möchte nicht unbetont lassen, dass diese LE von Alverde keine Ausnahme ist, sondern solche oder solch ähnliche von den verschiedensten Marken immer wieder auftauchen.

Wie hat euch der zweite Teil vom Waschbärenreport gefallen?

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15 Kommentare

  1. Kafka

    Sehr interessant, ich muss sagen dass ich mich ansonsten kaum in dem Bereich Vegan (inkl. Kosmetik) informiere, da ich nur bei Kosmetik drauf achte – da ist diese Seite meine beste Informationsquelle :D

    Zur Alverde-Sache muss ich aber meinen Senf zugeben, die Sache finde ich ein bisschen albern o_O „Land“ ist synonym mit Landmasse und Landschaft verbunden mit Kultur, und hat überhaupt schonmal irgendjemand irgendwo Puder oder Bronzings gesehen, die für wirklich dunkle Hauttypen passend wären? Ich nicht.
    Vielleicht steht der Markt einfach nicht groß genug, um für relativ kleine Hersteller wie Alverde aufnehmbar zu sein – es gibt sowieso in jeder LE Reste, und das ist dann schon auf maximalen Abverkauf kalkuliert (selbst wenn man sich manchmal fragt, wer, außer in Indie-Fotoshootings, die Sachen bitte tragen soll).
    Das mit dem Foto ist schon etwas unglücklich, allerdings steckt da doch simpelste Psychologie hinter: Es kommt drauf, wer angesprochen werden soll. Sehe ich ein afrikanisches Model, gehe ich grundsätzlich davon aus, dass ich als skandinavischer Typ nicht viel finden werde. Eine Möglichkeit wäre eventuell gewesen, noch ein afrikanisches Model dazuzustellen, dann hätte es aber immer noch geheißen „mimimi das Poster lügt, da gibts gar nichts für meine dunkle Hautfarbe“.
    Zwischen Thema und Dedikierung ist ein großer Unterschied. Schlimmer find ich da den endlosen Trend, irgendwelche ideologischen oder traditionellen Kultursymbole bei H&M auf ein halbdurchsichtiges Cropped-Top zu drucken.

    (PS und Offtopic: meinst du, 60/40-Aleppo ist für Mischhaar geeignet? Weiß nicht, welche ich kaufen soll.)

    • Danke dir, Kafka. :) Auch für deine Meinung bezüglich der Vorwürfe gegen Alverde.

      Ich selbst vertrage auf dem Kopf eher eine Mischung mit weniger Lorbeeröl. Aber ich denke auf einen Versuch kommt es an. :) Ansonsten kann man die Seife ja noch für alles Andere benutzen.

      LG

  2. Nerdanel

    Hi!

    Also, ich bin jetzt gerade leicht verwirrt mit Börlind, Verkauf von Tautropfen an ein anderes Unternehmen, China blabla.

    Ist Börlind jetzt noch tierversuchsfrei oder nicht?

    Mit China ist es ja immer kompliziert, es gibt dort ja Produkte, die getestet werden müssen, andere aber nicht. Dann hängt es noch von den Regionen ab,ob getestet werden muss, wie dort verkauft wird etc. und nicht zuletzt hat China ja seine Bestimmungen gelockert.

    LG

  3. Camy

    Hey Erbse,

    der Waschbärenreport ist super! Nicht unnötig ausschweifend, auf den Punkt gebracht und informativ.

    Einige Themen kannte ich bereits, interessant fand ich aber beispielsweise, welche Firmen den chinesischen Markt wieder verlassen haben. Ebenso die Filmtipps.

    Danke dafür!

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