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Aftermath: Logocos, und jetzt? (Alternativen zu Sante & Logona)

Langer Artikel incoming. Daher zuerst eine kurze Zusammenfassung: In diesem Artikel erfährst du, wieso die Naturkosmetikwelt gerade so erschüttert vom Kauf von Logocos durch L’Oréal ist und was Logocos dazu sagt. Du entdeckst die, für dich vielleicht neuen Zusammenhänge von Logocos und White Label-Produkten bzw. Lohnherstellung für andere Naturkosmetikmarken. Und hoffentlich findest du auch die ein oder andere vegane Naturkosmetikalternative für dich, falls du die Logocos-Produkte nicht mehr kaufen möchtest.

Wieso alle so aufgebracht sind

Die europäische Naturkosmetikwelt ist klein. Das spüre ich jedes Mal, wenn ich Gründer*innen, Passionierte und Engagierte aus der Branche treffe. Diese Heimeligkeit, die gegenseitige Aufgeschlossenheit und die Vertrautheit basieren auf den gemeinsamen ideellen Werten, die alle aus der Branche eint und Arm in Arm dafür einstehen lässt. Da ist eine ungemeine Solidarität für die Sache und die die dafür kämpfen. Gerade die sehr alten Unternehmen haben eine große Werte-Tradition und hinter ihren Gründer*innen verbergen sich nicht selten liebenswürdige Alt-Hippies, die die Szene so unsagbar authentisch machen. Ich liebe das. Und das was man liebt, kritisiert man oft am Schärfsten.
Es ist also kein Wunder, dass die Naturkosmetikwelt gerade nur von einem Thema spricht. L’Oréal kauft das Traditionsunternehmen Logocos. Da ist also einer, der augenscheinlich die gemeinsame Sache verrät. Und das schmerzt. So sehr, dass sich langjährige Kund*innen abwenden, Naturkosmetikläden und Online-Shops die Produkte auslisten und Blogger*innen nicht mehr über die Marken berichten wollen. L’Oréal ist kein tierversuchsfreies Unternehmen und Anteile gehören Nestle.

Was Logocos sagt

Offensichtlich weiß Logocos, dass der Kauf durch L’Oréal vielen Menschen vor den Kopf stößt. Denn die öffentlichen Aussagen und die Pressemitteilung fühlen sich für dieses Unternehmen streng nüchtern an. Wir alle wissen, weshalb das passiert ist (money makes the world go round) und wir verstehen auch den Ansatz, dass Naturkosmetik “in der Mitte der Gesellschaft” ankommen ist. Aber haben wir uns nicht alle etwas mehr Rückgrat erhofft?

Quelle: https://www.facebook.com/SanteNaturkosmetik/posts/1734194469982898?comment_id=1743824115686600

Link zur offiziellen Pressemitteilung von Logocos: https://www.logona.de/de/presse.html

Konsequent: Abverkauf der Logocos-Produkte

Mehrere Naturkosmetikläden und Online-Shops listen die Logocos-Marken Logona, Sante, Heliotrop, Fitne, NeoBio und Ihre Klassiker aus. Darunter zum Beispiel Friendly Bio aus Maria Enzersdorf in Österreich. Oder auch die Naturdrogerie, mit Ladengeschäft in Mainz und Online-Shop. Ich kann nur vermuten, dass das gerade für kleine Läden aus finanzieller Sicht kein leichter Schritt ist. Denn die Logocos-Marken sind führend und eigentlich aus kaum einem Naturkosmetikregal wegzudenken.
Kennst du noch mehr Läden und Online-Shops, die öffentlich bekannt gegeben haben diese Marken auszulisten?

Fun Fact:

Gegründet wurde Logocos im Jahr 1978 unter dem Namen “Lorien Goods”. Lorien ist die Kurzform von Lothlórien, dem Elbenreich aus Der Herr der Ringe von Tolkien. Sieben Jahre später verklagte L’Oréal das kleine Naturkosmetikunternehmen, aufgrund der Verwechslungsgefahr der Namen L’Oréal und Lorien Goods. Seitdem war Lorien Goods unter Logona und später dann als Logocos unterwegs.

Welche Marken zu Logocos gehören

Zu Logocos gehören die Marken Logona, Heliotrop, Fitne, NeoBio, Ihre Klassiker und Sante. Alle Marken sind durch Zertifikate als Naturkosmetik ausgezeichnet und viele der Produkte sind vegan. Auf Tierversuche wird verzichtet. Dafür verließ Logocos 2013 mit wehenden Fahnen sogar den Markt in China.
Ebenfalls zu Logocos gehört die BCI Bio Cosmetics International GmbH, die als Lohnhersteller Naturkosmetik für andere Unternehmen produziert.

Die Krux mit den Lohnherstellern

BCI Bio Cosmetics ist eine hunderprozentige Tochter von Logocos und fungiert als Lohnhersteller für andere Marken. BCI hat außerdem eine eigene Naturkosmetikmarke lanciert. Unter dem Markennamen Wildcare verkaufen sie vegane Naturkosmetikprodukte für Hunde, Katzen und Pferde.

Ein Lohnhersteller stellt Produkte im Auftrag für eine anderes Unternehmen her. Der Lohnhersteller selbst bleibt dabei im Hintergrund, sodass es für Außenstehende schwer ersichtlich ist, von welchem Lohnhersteller die Kosmetikprodukte produziert wurden.

Ich bin kein Insider und kann dir keine lange Liste von Marken nennen, die ihre Naturkosmetikprodukte durch BCI Bio Cosmetics herstellen lassen, aber ein paar Beispiele habe ich dennoch parat.

Lenz Naturpflege und die Müller-Eigenmarken Terra Naturi und Naturé

Durch etwas Recherche konnte ich herausfinden, dass die damalige Netto- und Edeka-Eigenmarke “Aloive” von BCI produziert wurde. Mittlerweile finden sich in den Filialen aber die Produkte der Eigenmarke Blütezeit, die von Lavera hergestellt wird.

Sicher können wir uns bei den Marken Terra Naturi und Naturé sein, denn diese geben auf der Verpackung an, dass sie von BCI produziert werden. Ob es auf alle Produkte der beiden Müller-Eigenmarken zutrifft oder nur auf vereinzelte Produkte kann ich nicht sagen.

Durch einige Leser*innen (vielen Dank!) wurde ich außerdem darauf aufmerksam, dass ebenfalls die Produkte von Lenz Naturpflege, die zu “Die Regionalen” aus Berlin gehört, von BCI produziert werden.

Lenz Naturpflege ist ein guter Hinweis, um eventuell noch weitere Marken ausfindig zu machen. Denn Vitamin B12 Zahncreme gibt es noch nicht so lange auf dem Markt und ausgerechnet die Logocos-Marke Sante und Lenz Naturpflege führen beide vegane B12 Zahncremes. Um weitere “Dupes” zu entdecken, können die Inhaltsstofflisten einzelner Produkte und Marken verglichen werden.

Die “Wer mit wem”-Kette, die das undurchsichtige Markenchaos verdeutlicht:

Terra Naturi gehört Müller Drogerie. BCI Bio Cosmetics produziert Terra Naturi. BCI Bio Cosmetics gehört Logocos. Logocos gehört L’Oréal. L’Oréal gehört* Nestle.

*23% Firmenanteile

Beispiel Alviana

Alviana ist die Naturkosmetikmarke von Alnatura. Verkauft wird sie, wie viele Alnatura-Produkte in den Alnatura-Läden, bei Edeka, Müller und tegut oder online. Alnatura produziert die Kosmetik aber natürlich nicht selbst. Auf ihrer Webseite schreiben sie diesbezüglich:

“alviana gibt es übrigens seit 2006. Produziert wird bei verschiedenen Herstellern in Europa, überwiegend in Deutschland. Hauptaugenmerk ist eine schonende Herstellung ohne Tierversuche und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt. Alle Produkte sind zertifiziert und enthalten hochwertige natürliche Rohstoffe.”
Quelle: https://www.alnatura.de/de-de/m%C3%A4rkte/erzeugerreportagen/alviana-naturkosmetik

Dort wird die Krux deutlich, denn es ist nicht nur ein Hersteller für die Produkte verantwortlich, sondern gleich mehrere. Und das europaweit. Bei Eigenmarken anderer Unternehmen wird es ganz ähnlich sein. Und werden die Alviana-Produkte nun zum Teil von bci Bio Cosmetics bzw. Logocos produziert? Vielleicht ist es so. Aber wissen kann ich es nicht.

Ähnlich verhält es sich mit anderen Eigenmarken aus Drogerien und Supermärkten und mit Naturkosmetikunternehmen, die keine eigenen Werke oder Manufakturen haben.

Alternative: Kleine Manufakturen

Shop small. Support your local friends. Kleine Naturkosmetik-Manufakturen haben den großen Vorteil der Nahbarkeit. Es sind keine Riesenkonzerne, sondern manchmal sogar nur Ein-Frau-Unternehmen, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Sie können es sich schlichtweg nicht leisten, ihre Kund*innen vor den Kopf zu stoßen. Oft sind sie als Person Aushängeschild ihrer Produkte. Sie selbst sind die Marke, und nicht viele.

Und dann gibt es natürlich nach wie vor zahlreiche etablierte Naturkosmetikmarken, die ihre Produkte selbst produzieren und seit Jahrzehnten an ihren Werten festhalten.

Beispiele für kleine und große Manufakturen mit (veganer) Naturkosmetik:

Cremekampagne, i+m, Ponyhütchen, Finigrana, Sauberkunst, Die Seifenmanufaktur, Santaverde, La Saponaria, Farfalla, White Witch, Creamy Stuff, Dabba, Wolkenseifen, Martina Gebhardt

Ich möchte gerne ein paar kleine und unbekanntere Naturkosmetikmarken sammeln, die ihre Produkte selbst herstellen. Lass mich in den Kommentaren gerne wissen, wenn du noch mehr kennst.

Meine veganen Alternativen zu beliebten Logocos-Produkten

Ein paar der Produkte von Sante, Logona und Co. sind beliebte Klassiker, die immer wieder nachgekauft werden. Auf sozialen Netzwerken fragte ich nach deinen Lieblingsprodukten der Marken und stellte aus den Ergebnissen eine kleine Liste zusammen. Zu den Produkten habe ich ein paar vegane, tierversuchsfreie und naturkosmetische Alternativen gefunden, die für dich hoffentlich ganz nützlich sein werden.

Sante Zahncreme mit Vitamin B12

Gleich das Komplizierteste zu Beginn: Die B12 Zahncreme habe ich selbst gerne verwendet. Genauso wie die Family Zahncreme mit Bio Minze. Ein wirkliche Alternative ist nur schwer zu finden, denn B12 Zahncremes sind noch nicht sonderlich verbreitet. Die von Sante war die erste auf dem Markt und entstand in Zusammenarbeit mit dem Vebu.

Ein paar wenige andere Marken mit B12 Zahncreme konnte ich ausfindig machen. Dr. Baumann hat eine. Dentissimo hat eine. Und Veganshop.gmbh. Letztere produzieren ihre Zahncreme nicht selbst. Dentissimo scheint ihre selbst zu produzieren. Alle drei geben an, dass ihre B12 Zahncremes tierversuchsfrei und für Veganer*innen geeignet sind. Lenz Naturpflege hat ebenfalls eine im Sortiment. Wie weiter oben erwähnt, wurde diese allerdings von Logocos/bic Bio produziert.
Ich habe mich entschieden nun endlich mal die Denttabs Zahntabs mit Fluorid auszuprobieren. Die sind keine tatsächlich Alternative zu den Sante Zahncremes, aber wieso nicht gleich was völlig neues und anderes ausprobieren?!

Sante Deo Spray Goji Power

Hätte ich damals nicht vegane Deocremes für mich entdeckt, ich würde jetzt wohl immer noch die Deo Sprays von Speick nutzen. Ich habe die Suche nach Alternativen gleich mal genutzt, um mein altes Lieblingsdeo nach so langer Zeit erneut zu kaufen. Das Thermal Sensitive Deo Spray von Speick duftet nach Zitrone, wie auch das Pendant von Sante.

Der Vergleich der Inhaltsstoffe:

Sante: Alcohol, Aqua (Water), Parfum (Essential Oils), Lauryl Lactate, Betaine, Polyglyceryl -10 Laurate, Glycerin, Lycium Barbarum Fruit Extract, Rumex Acetosa Leaf Extract, Limonene, Citral, Geraniol, Linalool, Farnesol

Speick: Alcohol, Aqua (Water), Triethyl Citrate, Saccharomyces Ferment, Hamamelis Virginiana (Witch Hazel) Leaf Water, Glycerin, Valeriana Celtica (Speick) Extract, Pelvetia Canaliculata Extract, Linoleic Acid, Linolenic Acid, Beta Vulgaris (Beet) Root Extract, Hydrolyzed Corn Starch, Phragmites Kharka Extract, Poria Cocos Extract, Lactic Acid, Parfum (Fragrance), Benzyl Alcohol, Citral, Coumarin, Farnesol, Geraniol, Limonene, Linalool

Logona Lavaerde

Ein Produkt welches ich schon viele Jahre verwende und etliche Male in der 1kg-Packung nachkaufte. Die Alternative hatte ich bereits Zuhause, da ich sie aus Neugier kürzlich bei Ecco Verde mitbestellte. Es ist die Lavaerde der italienischen Marke Tea Natura. Das Produkt befindet sich in einer Papiertüte und ist sogar günstiger als das von Logona.

Im Vergleich: Die Logona Lavaerde kostet 2 Euro je 100 Gramm, sofern die 1kg-Packung gekauft wird. Die kleinere Packung, die in den meisten Läden steht, kostet 2,83 Euro je 100 Gramm. Die von Tea Natura jedoch kostet 1,57 Euro je 100 Gramm. Schade ist nur, dass Tea Natura bisher lediglich online erhältlich ist.

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Sante Henna

Pflanzenhaarfarbe ist glücklicherweise recht verbreitet. In Naturkosmetikläden finden sich zum Beispiel häufig die Henna-Sorten von Khadi oder Radico. Alternativ bieten Online Shops auch Marken wie Ayluna, Tea Natura, Le Erbe di Janas, Phitofilos, Biopark Cosmetics und La Saponaria an.

Einen Ersatz für die Color Cream von Sante gibt es nicht so häufig. Entdecken konnte ich die Henna Cream von Surya Brasil.

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Sante Family Glanz Shampoo mit Orange

Ich selbst wasche meine Haare nicht mit Shampoo, daher habe ich keine persönliche Empfehlung. Jedoch konnte ich bei i+m Naturkosmetik ein Glanz Shampoo entdecken, dass sicherlich eine tolle Alternative darstellt. Ein Pluspunkt: i+m gibt es sogar in Drogerien wie dm oder Müller. Preislich kostet es allerdings das doppelte.

Der Vergleich der Inhalsstoffe:

Sante: Aqua (Water), Sodium Coco Sulfate, Lauryl Glucoside, Coco Glucoside, Inulin, Aloe Barbadensis Leaf Juice, Citrus Aurantium Dulcis (Orange) Peel Oil, Betaine, Glyceryl Oleate, Citric Acid, Maris Sal (Sea Salt), Cocos Nucifera (Coconut) Fruit Extract / Cocos Nucifera (Coconut) Oil, PCA Glyceryl Oleate, Arginine, Glycerin, Phytic Acid, Potassium Sorbate, PCA Ethyl Cocoyl Arginate, Parfum (Essential Oils), Limonene

I+m: aqua, aloe barbadensis leaf juice* (aloe vera*), sodium coco-sulfate, glycerin (pflanzlich), lauryl glucoside (zuckertensid), polyglyceryl-5 oleate, caprylyl/capryl glucoside (zuckertensid), citrus limon fruit extract* (zitrone*), chamomilla recutita extract* (kamille*), glycine soja oil*, olea europaea fruit oil* (olive*), pca glyceryl oleate, disodium cocoyl glutamate, betaine, glyceryl caprylate, sodium phytate, alcohol*, sodium cocoyl glutamate, lactic acid (pflanzliche milchsäure), parfum***, levulinic acid, p-anisic acid, sodium levulinate, citric acid, citral**, citronellol**, limonene**, linalool**

ihre klassiker neobio henna balsam plus Haarfluid cremekampagne naturkosmetik vegan

Ihre Klassiker Henna Balsam Plus

Früher mal ein Produkt von NeoBio, kam das Henna Balsam Plus erneut als Klassiker heraus. Meine beste Freundin nutzt das Balsam seit vielen Jahren und ich kann verstehen, weshalb sie es sehr vermissen wird. Wenn es dir ähnlich geht, versuche es vielleicht mal mit dem Haarfluid der Cremekampagne. Das habe ich immer im Einsatz, wenn ich gerade zu faul war eine neue Ladung Protein-Spray herzustellen. Das Haarfluid der Cremekampagne gibt es in unterschiedlichen Größen und den Duftzusatz in Form von ätherischen Ölen kannst du dir selbst aussuchen. Alternativ kann der Duft jedoch auch weggelassen werden.

Der Vergleich der Inhaltsstoffe:

Ihre Klassiker: Aqua (Water), Sucrose, Cetyl Alcohol, Parfum (Fragrance), Behentrimonium Chloride, Propylene Glycol, Triticum Vulgare (Wheat) Bran Extract, Tocopheryl Acetate, Lawsonia Inermis (Henna) Flower/Fruit/Leaf Extract, Benzyl Salicylate, Amyl Cinnamal, Hexyl Cinnamal, Linalool, Citronellol, Butylphenyl Methylpropional, Hydroxycitronellal, Cinnamyl Alcohol, Limonene, Geraniol, Benzyl Benzoate

Cremekampagne: Aqua, Macadamia Ternifolia Seed Oil*, Lysolecithin, Sodium PCA, Argania Spinosa Kernel Oil*,Hydrolyzed Wheat Protein, Glycerin, Xanthan Gum, Sodium Levulinate, Sodium Anisate, Lactic Acid, Glyceryl Caprylate, Beta Glucan, Pectin

Hast du noch mehr Alternativen parat oder suchst eine für ein bestimmtes Produkt? Lass uns auch das in den Kommentaren sammeln. :)

Aftermath Logocos Alternativen zu Sante Logona vegan Naturkosmetik ohne Tierversuche LOreal bci bio cosmetics

Und jetzt?

Wir könnten über Werte, Wachstum und Monopole philosophieren und einen kleinen Realitätsabgleich machen. Logocos sieht den finanziellen Vorteil. Aber ich bin mir sicher, dass im Unternehmen nach wie vor passionierte Menschen mit den alten ideellen Logocos-Werten vertreten sind, die für die Sache einstehen und den Kauf durch eine so riesige Mainstream-Marke als Chance sehen, um die Botschaft hinter Naturkosmetik weiterzutragen.
Ich bin gespannt zu sehen, wie die Branche weiterführend reagiert und ob selbst Großhändler die Marken auslisten werden. In einigen Jahren wird sich zeigen, ob der Plan von Logocos aufging oder ob sie dann womöglich nicht schon wieder von L’Oréal abgestoßen wurden.

Meine persönliche Konsequenz ist: Ich werde keine Logocos-Marken mehr kaufen und ab jetzt auch nicht mehr auf dem Blog oder auf anderen Social Media-Plattformen erwähnen oder zeigen. Für mich ist das Handeln von Logocos mit meiner Auffassung von Veganismus und den damit verbundenen Werten inkongruent.

Bedauerlich finde ich, dass es für Kund*innen nun noch unübersichtlicher wird. Im Laden wird man Logona- oder Sante-Produkten nicht ansehen, dass sie mit L’Oréal und demnach auch Nestle in Verbindung stehen. Was im Laden sichtbar ist, sind Siegel für zertifizierte Naturkosmetik, vegane Inhaltsstoffe und das Engagement gegen Tierversuche.

Ich würde mich freuen, wenn du mir deine Denkanstöße und Ideen diesbezüglich in den Kommentaren hinterlässt. Und wie immer gilt: Was du aus den Informationen für dich ziehst, ist ganz dir überlassen. Ein Artikel, der nie alt wird: Boykott everything

Zum Weiterlesen:

P.S: Na immerhin hat mir die Logocos-Schlagzeile dabei geholfen, meine Schreibblockade zu durchbrechen. :D

Bis dann!

    Waschbär Ben

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    76 Kommentare

    1. Ormi

      Was ein Zufall…da haben wir doch aus den gleichen Gründen die TEA Natura Lavaerde bestellt :D

      Jetzt brauche ich aber eine gute Alternative zum Henna Balsam, da es die einzige günstige Haarcreme ohne Alkohol und Proteinen war und zum Glück sehr ergiebig. Werde mich wohl jetzt bei Heymountain, Lush oder woanders umsehen.

      Habe kürzlich Gesichtsreinigungsprodukte von Terra Naturi mitgenommen und keinen Hinweis dort auf Logocos gefunden. Scheint, wie Nela schon schrieb, sich nur auf einen Teil der Produkte zu beziehen.

    2. Das ist genau der Grund, warum ich in meinem Shop nur auf Kleinst- und Familienbetriebe setze. Ich stehe in persönlichem Kontakt mit den Gründer/innen in ihren kleinen Teams. Und zudem bekommt man bei handgemachten, mit Liebe gefertigen Produkten eine andere Qualität. Hinter diesen Marken kann ich zu 100% stehen: maisoap Seifenmanufaktur, Nurture My Body, Kastenbein & Bosch, Alma Babycare, Abhati Suisse. Gibt’s in DE an verschiedenen Orten bzw. direkt beim Label, in der Schweiz bei uns http://www.organicbodycare.ch

    3. Major

      Sehr gut zu wissen, danke für diesen ausführlichen Artikel!
      Wo du nach Alternativen gefragt hast, kam mir Ringana in den Sinn. Ich habe noch nie auf Blogs etwas dazu gelesen, weiß aber, dass die Naturkosmetik machen. Da das ziemlich high end vom Preis her ist, weiß ich aber nicht, ob das etwas für dich ist. Für mich ist das jedenfalls zu teuer. Da stelle ich mich lieber selbst in die Küche und fange an meine Kosmetik selbst zu rühren nach dem alten Hobbythekbuch mit modernen Austauschstoffen (z.b. Konservierer, da nehmen die etwas, was nicht mehr aktueller Stand ist).

      Jedenfalls weiß ich, dass Ringana eine eigene Produktion in Österreich hat und Naturkosmetik produziert und daher passt es in dein Schema :)

    4. Lilly

      Auch von mir ein großes Danke für deine Informationen, liebe Erbse!
      Ich möchte in keinster Weise Nestle unterstützen und rühre einiges meiner Kosmetik selbst (nach Heike Käser – (siehe auch obigen Kommentar)
      Weisst du, wer für Benecos produziert? Es gibt von dieser Firma unter anderm auch Duschgel, Deo usw. zu günstigen Preisen.

    5. Christina

      Danke für den Artikel. Ich habe erstmal alles auf meiner Merkliste bei Ecco Verde von Sante und Logona gelöscht. Es ägert mich, dass das überhaupt dort weiter angeboten wird. Da lobe ich mir die Naturdrogerie, die das dann aus dem Sortiment nimmt.
      Vermissen werde ich nichts, da ich bisher nur Haarpflege und den Nagellackentferner von Sante hatte. Ach, und eine Haarkur von Logona. Aber da finde ich Alternativen. Beim Shampoo bin ich kürzlich eh auf Lavera Feuchtigkeitsshampoo mit Mandelmilch umgestiegen. Es ist vegan und ich finde es wirklich gut, auch für empfindliche Kopfhaut. Ist auch nicht so teuer. Vielleicht hilft das hier jemand weiter, der grade Alternativen sucht.

    6. Word!
      Nach dem ersten Schreck über die L’oreal-Logocos Geschichte bin ich nun eher gespannt auf das Ende vom Lied und wie sich das alles entwickeln wird (alternative Produkte und großartige Unternehmen gibt es ja genug).
      Ganz bestimmt wird das erhöhte Marketing Budget in besserem Marketing der Logocos Marken resultieren und vielleicht auch ein paar Impulse in die Marketing Abteilungen anderer NK Unternehmen bringen – mehr Kommunikation und Werte.

      Liebstn Gruß aus Hildesheim und bedankt fürs Verlinken. <3

    7. Catheryne

      Vielen Dank für Deine Mühe und diesen sehr ausführlichen Artikel. Es tut weh, jetzt auch Sante zu verabschieden, aber entweder bin ich konsequent oder ich lasse es, und wie BodyShop muss nun auch dieses Unternehmen auf mein Geld verzichten. Zum Glück gibt es viele kleine Genies, die mir helfen nicht als Stinktier durch die Welt zu gehen :-).

    8. Vielen Dank für den großartigen Artikel und die vielen Details!
      Eine super Zahnpflege-Alternative für die ganze Familie ist das Zahnöl von RINGANA. Vegan, garantiert tierversuchsfrei, Made in Austria. Wir 5 lieben es heiß. Und so auch die meisten anderen Produkte. Ja, sie sind teurer. Aber sehr ergiebig. Und die Philosophie rundherum ist zu 100% grün, nachhaltig, vegan und ethisch. Auch RINGANA hatte einmal aus finanziellen Gründen einen hochrangigen Teilhaber. Aber als die Firmengründer bemerkten, dass sie nicht mehr selbstbestimmt ihren Visionen folgen konnten, haben sie diese Partnerschaft gelöst. Obwohl das finanziell schmerzhaft war. Das rechne ich Ihnen sehr hoch an! An einer Vision festhalten und seinen Weg gehen, obwohl die Welt noch nicht soweit ist, obwohl die Mitte der Gesellschaft immer noch anders denkt. Und Qualität auf der ganzen Linie hat halt seinen Preis. Den bin ich gern bereit zu zahlen. Wenn der Preis sehr niedrig ist, bleibt zu bedenken, was dafür an anderer Stelle auf der Strecke blieb.
      Wenn du magst, schau einfach mal hier.
      http://www.nachhaltig-frisch-genial.net

    9. Daniel

      Kleiner Hinweis: Die Zahnpasta von Dr. Baumann ist nur in Kosmetikinstituten erhältlich. Das baugleiche Produkte wird aber umgelabelt bei Veganshop.gmbh verkauft. Verwaltungsrat von SkinIdent ist Uwe Henrich von ProVegan, die Konzeption macht Schmelzer Medien GmbH, die gleichzeitig auch Konzeption und Design für ProVegan.Info und etliche andere Seiten und Broschüren der Stiftung machen, ebenso wie für veganshop.gmbh, deren Geschäftsführer Uwe Schmelzer selbst ist.
      Henrich bzw. ProVegan argumentieren für den Holocaust-Vergleich, und solidarisierten sich (mehrmals explizit) mit der Sekte Universelles Leben, ganz nach dem Motto: Hauptsache für die Tiere.
      Schwer zu sagen, ob man bei genauer Recherche einen Hersteller findet, den man wirklich cool findet, aber vielleicht haben wir ja Glück ;-) Oder man wägt die kleinen Übel gegeneinander ab …

    10. Marie

      Komme aus der Region von Logocos. Die Mitarbeiter sind schockiert. Dass der Konzern verkauft werden sollte, war wohl klar aber natürlich nicht an wen. Es wird sogar gemunkelt, dass Loreal nur scharf auf die Rezepturen ist und den Konzern evtl. nach einem Jahr wieder abstößt. So ähnlich war es wohl auch beim Body Shop. Es hat sich übrigens ein Mitarbeiter von Logocos selbständig gemacht und die Firma Ayluna gegründet. Wäre eine Alternative zu den Pflanzenhaarfarben. Es gibt viele gute Alternativen. Ich finde z.B. Martina Gebhardt und I&M klasse.

    11. Miri

      Wie gleich wieder die ganzen Ringana-Vertreter*innen ankommen (und dass noch immer dieselben Schlagworte verwendet werden). Das ist dermaßen unseriös, hier Tipps zu geben, wenn man selber kommerziell involviert ist…btw bei meiner letzten Recherche waren weder alle Produkte vegan, noch Naturkosmetik.

    12. Pingback: Vegane Haarfarben im Überblick - Vegan Beauty Blog

    13. Petra Krautsch

      Hallo,
      ich bin total entsetz.
      So ändern sich Grundsätze wenn die
      Kohle wedelt.
      Da ich ausschließlich Lavera und dm, manchmal auch Roßmann Produkte benutze , treibt mich jetzt der Zweifel.
      Wem kann man noch trauen ?
      Herzliche Grüße aus dem Hohen Fläming
      Petra

    14. Schelli Pogo

      Danke für deinen Artikel und die ganzen interessanten Kommentare.
      Da du fragtest:
      Dr.Pogo Vegankollektiv Berlin wird natürlich auch das Sortiment schrittweise verändern.
      Aber es schmerzt..
      Liebe Grüße
      Schelli

    15. Ilka

      Hallo liebe Erbse,

      vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel!
      Es ist für Otto-Normalbürger tatsächlich sehr schwer gute Produkte von Schlechten zu unterscheiden. Wer sich nicht selber informiert, glaubt den Werbeversprechen. Ich erlebe es in meinem Umfeld sehr häufig, wie wenig sich Leute Gedanken machen was sie sich da auf ihre Haut schmieren… Selbst für mich, obwohl ich mich ja schon etwas mehr damit beschäftige, bleiben die ganzen Verbindungen zu Unternehmen wie L’Oréal und Nestle oft verborgen… Da bin ich wirklich froh und dankbar, dass es Leute wie Dich gibt, die einem auch mal solche Hintergrundinformationen geben.

      Was mir bei deinen Austauschprodukt-Vorschlägen noch fehlt, wäre ein möglichst reizarmes, oder sogar reizfreies Gesichtswasser. Als Alternative für das Gesichtswasser von Sante. Da bin ich echt ideenlos.

      Liebe Grüße,
      Ilka

    16. Hannah

      als langjährige Sante Kundin bin ich immer noch geschockt. Ich werde mich nun durch die Pflegeprodukte von BIO:VÉGANE SKINFOOD und Dr. Scheller probieren…. wird beides in Deutschland produziert und nicht nach Asien vertrieben. Schminke vielleicht mal von Lavera..

    17. Barbara

      Vielen Dank für die Aufklärung. Hatte grade begonnen mit Sante Produkten, wie schade.
      Hamburger gehen zu Budni und finden dort die Eigenmarke Aliqua.
      Da ist das Vegan Siegel und NATRUE Zertifizierung drauf und die sind auch tierversuchsfrei und nachhaltig. Bezahlbar übrigens auch, für Naturkosmetik zumindest. Da Budni nach ganz Deutschland expandiert können demnächst bundesweit diese Produkte gekauft werden. Nachzulesen hier, bitte ganz nach unten scrollen:
      https://www.budni.de/marken/budni-marken/aliqua/

    18. Tobi

      Vielen Dank für diesen informativen Artikel, die Aufklärung und das Auseinanderdröseln der ganzen Firmenzusammenhänge, top!
      Werde (nach längerer Zeit der Nichtverfügbarkeit hier mit Designänderung) dann lieber doch auf die Sante B12 Zahnpasta verzichten…

    19. Kathi

      „Dort wird die Krux deutlich, denn es ist nicht nur ein Hersteller für die Produkte verantwortlich, sondern gleich mehrere. Und das europaweit. Bei Eigenmarken anderer Unternehmen wird es ganz ähnlich sein. Und werden die Alviana-Produkte nun zum Teil von bci Bio Cosmetics bzw. Logocos produziert? Vielleicht ist es so. Aber wissen kann ich es nicht.“

      Da muss ich was dazu sagen, es ganz normal das ein Unternehmer für mehrere Marken Aufträge hat. Ich hab in einer Firma gearbeitet, die die Verpackung von Wimperntuschen, Lippenstifte ect. Herstellen. Neben Dior, Essence hab ich auch Alverde und Lavera hergestellt. :)

    20. Bei Wolkenseifen steht schon seit Längerem zur Diskussion, dass z.B. die Haarseifen umgelabelte von Savion sind und wenn ich mich recht entsinne, habe ich letztens beim Stöbern auch bei anderen Produkten mehrfach gefragt, ob ich das ein oder andere Produkt nicht schon von nem anderen Label gesehen habe.

      Ghassoul und div. andere Erde gibts z.B. bei rosarome (Onlineshop). :-)

      Grad jetzt, wo Logocos sich und damit gefühlt etliche ökologische Werte verkauft hat, bin ich arg froh, vom Fertigkosmetikzug vor einiger Zeit weitgehend abgesprungen zu sein.

      Ursprünglich wollte ich weg von Produkten, die Glycerin und Alkohol enthalten. Anfangs noch mit dem Ziel, fertige Produkte wie Shampoos, Duschgel, Flüssigseife, Cremes & Gesichtspflege ohne diese Inhaltsstoffe zu finden. Kaum möglich. Dann kam irgendwann der Gedanke hinzu, dass man eigentlich viel Geld für hochgradig wasserhaltige Produkte ausgibt, die dann wiederum konserviert werden müssen, um nicht fix zu verkeimen. Oder eben schneller aufgebraucht, umso weniger koserviert.

      Inzwischen verwende ich statt Shampoo, Duschgel und Flüssigseife feste Seifen kleiner Siedereien, die nicht nur „Naturseife“ draufschreiben und dann hochgradig verarbeitete Zutaten verwenden, sondern auch wirklich dementsprechende Qualität bieten, kaltgerührt und möglichst ohne unnütze Zutaten. Am liebsten sind mir Bonsaiseifen – da gibts hochwertige gut verträgliche Seifen mit und ohne Duft, teils synthetisch beduftet, das aber meilenweit den meisten Kunstbeduftern voraus. Oft machen wir da mit mehreren Sammelbestellungen.

      Statt fertiger Gesichtspflege wie Cremes, Fluids, Lotions, Mizellenwässerchen & wie sie alle heißen reicht die meiste Zeit mein abendliches Abschminken mit Hydrolat und Öl als Pflege vollkommen aus, ab damit auf ein kleines Viskosesynthetikmix-Tüchlein, das ich dann such wieder mit fester Seife reinige. Hydrolate und Öle (und auch ätherische Öle, z.B. fürs Baden und div. kleinere Selbstrührereien) kaufe ich bei Skin Care Online, Dragonspice, Salandia etc., auch hier meist in Sammelbestellung mit anderen. :-)

      Auch bei dekorativer Kosmetik bin ich inzwischen weg von den Creme-Varianten – auch da besteht ein großer Teil ja wieder aus Wasser, Glycerin, Alkohol und hinzu Ölen, die oft garnix für den jeweiligen Hauttyp sind. Hin zu echter loser Mineral Foundation, eben nur aus Mineralien bestehend. Meilenweiter Unterschied, optisch wie auch für die sensible Gesichtshaut. Die Mineral Foundation ist der einzige Posten, der mich mehr kostet als mein vorheriges Creme Make Up.

      Ich wasche meine Haare auf Bedarf alle paar Tage mit fester Seife, seife beim Duschen katzenwäschig nur die Körperstellen ein, die es auch brauchen und bade einmal die Woche.

      Haut, Haare, Umwelt und auch mein Geldbeutel danken es mir. :-)

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